Politik

Dank "Ooordeer"-Rufe weltberühmt Bercow sagt erstmals, was er vom Brexit hält

1b47b6b5f10ea95f6084a8d7ccc03dd3.jpg

John Bercow ganz in zivil - die "Order"-Rufe überlässt er nun seinem Nachfolger Lindsay Hoyle.

(Foto: dpa)

Er war der Mann, der durch seine "Ooordeeeeer"-Rufe weltberühmt wurde. John Bercow war zehn Jahre lang Präsident des britischen Unterhauses und maßregelte die Brexit-Streithähne. Nun sagt er erstmals, wie er den Austritt aus der EU findet.

Kurz nach Ende seiner Amtszeit hat der britische Ex-Parlamentspräsident John Bercow seine Neutralität aufgegeben und den geplanten EU-Ausstieg scharf verurteilt. "Ich denke, dass der Brexit der größte außenpolitische Fehler in der Nachkriegszeit ist, und das ist meine ehrliche Meinung", sagte Bercow in London. Der Brexit werde sich nicht positiv auf das internationale Ansehen Großbritanniens auswirken. "Meine ehrliche Antwort ist, dass ich nicht denke, dass dies dem Vereinigten Königreich hilft."

Bercow sagte: "Ich bin nicht mehr der 'Speaker', ich muss nicht mehr unabhängig sein." Er betonte, dass er sich während seiner Amtszeit stets neutral verhalten und auch die Brexit-Befürworter stets fair behandelt habe. Er respektiere, dass der Premierminister versucht habe, eine Mehrheit für seinen Brexit-Deal zu bekommen.

Vor allem Brexit-Hardliner hatten dem 56-Jährigen allerdings vorgeworfen, sich parteiisch zu verhalten. Mehrmals setzte er sich über Konventionen hinweg, damit die Abgeordneten im Streit mit der Regierung die Oberhand behalten konnten. Bercow rechtfertigte das mit einem immer stärker autoritären Regierungsstil. Er hatte das Amt des "Speaker of the House of Commons" zehn Jahre inne. Am Montag wurde der Labour-Politiker Lindsay Hoyle zu seinem Nachfolger gewählt.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa

Mehr zum Thema