Politik

"Kronjuwel der Ölwirtschaft"Bericht: Trump erwägt Besetzung iranischer Ölinsel Kharg

16.03.2026, 07:18 Uhr
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Trump könnte auch Bodentruppen gegen den Iran einsetzen. (Foto: picture alliance / Consolidated News Photos)

In der vergangenen Woche attackierten die USA großflächig militärische Ziele auf der iranischen Insel Kharg. Sollte das Regime in Teheran bei der Blockade der Straße von Hormus nicht einlenken, erwägt das Weiße Haus offenbar noch drastischere Schritte.

Die USA ziehen im Krieg mit dem Iran in Betracht, die iranische Ölinsel Kharg zu besetzen. Die US-Streitkräfte könnten das Öldepot auf der Insel besetzen, sofern Teheran die Straße von Hormus nicht für den Schiffsverkehr freigibt, berichtete die US-Plattform Axios unter Berufung auf namentlich nicht genannte Offizielle.

Bisher ist im Weißen Haus demnach aber noch keine Entscheidung gefallen. "Man sollte nicht mehr hineininterpretieren, als der Präsident angekündigt hat", sagte ein hochrangiger Vertreter des Weißen Hauses. "Der Präsident hat keine Entscheidungen bezüglich der Insel Kharg getroffen."

"Das könnte sich jedoch ändern", so der Offizielle weiter, "falls sich die Bemühungen zur Räumung der Meerenge hinziehen. Der Präsident wird nicht tatenlos zusehen und zulassen, dass die Iraner das Tempo des Konflikts bestimmen."

US-Präsident Donald Trump ist dem Bericht zufolge von der Idee begeistert, die Insel einfach zu besetzen, da dies einen "wirtschaftlichen Knockout für das Regime" bedeuten würde. Teheran würden durch den Verlust der Ölinsel wichtige finanzielle Zuflüsse entzogen. "Es gibt große Risiken. Es gibt große Chancen. Der Präsident ist noch nicht so weit, und wir sagen auch nicht, dass er es sein wird", so einer der Offiziellen.

Die USA hatten am Freitag vergangener Woche massive Angriffe gegen militärische Stellungen auf der Insel geflogen. Diese liegt rund 25 Kilometer vor dem iranischen Festland. Die Ölinfrastruktur wurde nach Angaben des US-Präsidenten dabei nicht zerstört. Am Samstag erklärte Trump bei NBC, dass die USA womöglich "aus Spaß" noch einige weitere Male Ziele auf Kharg angreifen könnten.

Der republikanische Senator Lindsey Graham hatte Trumps Angriffe auf den "Kronjuwel der iranischen Öl- und Gaswirtschaft" gelobt. "Selten bietet einem der Feind in einem Krieg ein einzelnes Ziel wie die Insel Kharg, das den Ausgang des Konflikts dramatisch verändern könnte", schrieb der Iran-Hardliner am Samstag auf X. "Wer die Insel Kharg kontrolliert, kontrolliert das Schicksal dieses Krieges."

Quelle: ntv.de, lme

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