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Übungsteilnahme abgesagtBereiten sich US-Elite-Fallschirmjäger auf Iran-Einsatz vor?

07.03.2026, 12:34 Uhr
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Soldaten der 82. Luftlandedivision bereiten ihre Waffen vor - hier für eine Übung. (Foto: AP Photo/Nathan Posner)

Eine Woche sind schon US-Streitkräfte im Nahen Osten gegen den Iran im Einsatz. Bodentruppen werden bislang ausgeschlossen. Dass eine Elitetruppe jetzt von einer Übung ausgeschlossen wird, befeuert aber Diskussionen um einen möglichen Einsatzbefehl.

In den Vereinigten Staaten hat die Armee eine Einheit von Elite-Fallschirmjägern spontan von einer Übung abgemeldet. Das heizt die Spekulationen um einen Iran-Einsatz der Truppe an, die auf Bodenkämpfe spezialisiert ist, berichtet die "Washington Post". Zu den Aufgaben der Spezialkräfte gehören die Einnahme von Flugplätzen und anderer kritischer Infrastruktur sowie die Verstärkung von US-Botschaften und die Durchführung von Notfall-Evakuierungen.

Während einige Soldaten zur Übung nach Fort Polk im US-Bundesstaat Louisiana entsendet wurden, blieb der Großteil der 4000 bis 5000 Mann zählenden Brigadekampfgruppe der 82. Luftlandedivision zurück auf ihrer Basis in Fort Bragg im Staat North Carolina. Ihre Teilnahme wurde vom Verteidigungsministerium kurzfristig im Laufe dieser Woche abgesagt. Neue Einsatzbefehle liegen den Streitkräften dem Bericht zufolge bisher nicht vor. Doch die Truppe sei zügig kampfbereit: Nur 18 Stunden würde es dauern, bis die Fallschirmjägereinheit zu Missionen aufbrechen könnte. In Internetforen wird deshalb wieder verstärkt über eine Entsendung in den Nahen Osten debattiert.

"Wir bereiten uns alle auf etwas vor - nur für den Fall", sagte ein mit der Angelegenheit vertrauter Beamter aus der Soforteinsatztruppe der US-Zeitung. Das Pentagon hielt sich derweil bedeckt und wollte sich auf Anfrage "nicht zu zukünftigen oder hypothetischen Operationen" äußern. Das US Central Command, das den US-Einsatz im Nahen Osten leitet, lehnte eine Stellungnahme zu möglichen Einsätzen der 82. Luftlandedivision komplett ab. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz, Bodentruppen im Iran seien "nicht Teil des aktuellen Plans", aber US-Präsident Donald Trump hätte eine Option auf dem Tisch liegen, die sie "nicht ausschließen" wolle.

Offiziell lehnt Trump die Entsendung von Bodentruppen bislang ab. "Das wäre Zeitverschwendung", sagte er dem US-Sender NBC in einem Telefoninterview. Der Iran sei bereits so geschwächt, dass es die US-Bodeneinheiten nicht brauche. "Ich habe keine Angst vor [dem Einsatz von, Anm. d. Red.] Bodentruppen. Jeder Präsident sagt: 'Es wird keine Bodentruppen geben.' Ich sage das nicht", so Trump in der "New York Post". Irans Außenminister Abbas Araghtschi sagte zuvor, sein Land sei "bereit für eine Invasion US-amerikanischer und israelischer Truppen".

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Soforteinsatztruppe in der Region zum Zug kommen würde. 2022 waren sie Teil der Machtdemonstration der USA, als Russland sich auf den Einmarsch in die Ukraine vorbereitet hatte. Ein Jahr zuvor evakuierten die Elite-Streitkräfte ihre Landsleute aus Afghanistan. 2020 verstärkten Kräfte der 82. Luftlandedivision die Sicherheitsvorkehrungen an der Bagdader US-Botschaft, als das US-Militär Qasem Suleimani tötete, den Kommandeur der iranischen Quds-Einheit, die für viele Anschläge auf amerikanische Soldaten verantwortlich war.

Quelle: ntv.de, mpa

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