Politik

Damaskus soll sich um IS kümmernBericht: USA ziehen verbliebene Truppen aus Syrien ab

19.02.2026, 04:18 Uhr
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Der bisherige US-Außenposten Al-Tanf ist inzwischen in syrischer Hand. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Etwa 1000 US-Soldaten sind noch in Syrien stationiert, ihre Aufgabe ist es vor allem, ein Wiedererstarken des IS zu verhindern. Jetzt sollen die Truppen zurückbeordert werden, berichtet das "Wall Street Journal".

Die USA ziehen einer Zeitung zufolge ihre gesamten Streitkräfte aus Syrien ab. Der Abzug der rund 1000 Soldaten von den verbliebenen Stützpunkten solle in den kommenden zwei Monaten erfolgen, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf drei US-Regierungsvertreter. Damit legen die USA die Verantwortung für den Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) in die Hände der Regierung von Ahmed al-Scharaa.

In der vergangenen Woche hatte das US-Militär die Räumung des strategisch wichtigen Standorts Al-Tanf bekanntgegeben und diesen an die syrische Armee übergeben. Die Basis liegt an der Grenze zwischen Syrien, Jordanien und dem Irak. Auch die Al-Shaddadi-Basis im Nordosten Syriens ist inzwischen an die syrische Armee übergeben. Sie war zuvor unter der Kontrolle der kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). In einer Blitzoffensive hatten die Truppen des syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa letzten Monat die meisten von Kurden gehaltenen Gebiete eingenommen.

Im Januar haben Damaskus und die SDF einen fragilen, von den USA unterstützten Waffenstillstand geschlossen, und die SDF hat zugestimmt, sich in die syrische Armee zu integrieren. Die Regierung von US-Präsident Donald habe nun entschieden, dass eine militärische Präsenz der USA in Syrien nicht mehr notwendig sei, sagten einige der US-Beamten dem "Wall Street Journal". Zur Begründung hieß es, dass die SDF, der wichtigste Partner der USA im Kampf gegen den Islamischen Staat in Syrien in den letzten zehn Jahren, fast vollständig aufgelöst worden sei.

Kein Zusammenhang mit Truppenkonzentration im Nahen Osten

Die US-Truppen in Syrien konzentrierten sich zuletzt vor allem auf den Kampf gegen den IS. Ursprünglich hatten die USA rund 2000 Soldaten im Land stationiert, die Zahl jedoch schrittweise reduziert. Es gibt nun die Befürchtung, dass der vollständige Rückzug der USA dem IS wieder neuen Raum geben könnte. Einer der Regierungsbeamten, mit denen das "Wall Street Journal" gesprochen hat, erklärte dagegen, die US-Streitkräfte seien weiterhin in der Lage, auf alle Bedrohungen durch den Islamischen Staat in der Region zu reagieren.

Der Rückzug habe nichts mit der Stationierung von Marine- und Luftstreitkräften der USA im Nahen Osten zu tun, hieß es. Vor der iranischen Küste bauen die USA ihre Militärpräsenz aus, ein zweiter Flugzeugträger ist auf dem Weg in die Region. Falls die Gespräche über das Atomprogramm des Landes scheitern sollten, wäre ein Angriff durch die USA möglich. Der Iran hat für diesen Fall mit Vergeltungsmaßnahmen gegen amerikanische Truppen in der Region gedroht.

Quelle: ntv.de, ino/rts

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