Politik

Erst aus den Medien erfahren Berlin wusste nichts von Anti-Iran-Koalition

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Im Auswärtigem Amt in Berlin erfuhr man erst aus den Medien von den Plänen der USA.

(Foto: imago images / Dirk Sattler)

Die Vereinigten Staaten planen eine weltweite Koalition gegen den Iran. Deutschland ist jedoch bisher nicht dabei. Kein Wunder: Das Auswärtige Amt erfährt davon erst aus Medienberichten. Offiziell haben die USA die Bundesregierung noch nicht aufgefordert, sich zu beteiligen.

Die USA haben Deutschland noch nicht offiziell zur Beteiligung an der geplanten Koalition gegen den Iran aufgefordert. Man habe die Initiative von US-Außenminister Mike Pompeo lediglich "über die Medien zur Kenntnis genommen", sagte der stellvertretende Sprecher des Auswärtigen Amts, Christopher Burger.

Pompeo hatte am Sonntag die Bildung einer Koalition angekündigt, "die sich nicht nur über die Golfstaaten erstreckt, sondern auch über Asien und Europa". Diese solle bereit sein, den "größten Sponsor des Terrors auf der Welt" zurückzudrängen.

Auf die Frage, ob er sich dadurch an die "Koalition der Willigen" im Irak-Krieg 2003 erinnert fühle, sagte Burger: "Ich glaube, man sollte mit solchen historischen Parallelen sehr vorsichtig sein." Die USA hatten 2003 Verbündete um sich versammelt, die den Angriff auf den von Saddam Hussein geführten Irak politisch und militärisch unterstützten. Die Nato war damals gespalten: Während sich Länder wie Großbritannien und Spanien an der Koalition beteiligten, waren Deutschland und Frankreich gegen die Intervention im Irak.

Iran prognostiziert Scheitern der Koalition

Unterdessen hat der Iran auf die Absichten der USA, ein Bündnis zu bilden, reagiert und dessen Scheitern prognostiziert. "Das ist ja nichts Neues", sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi. "Aber wie die bisherigen fragilen Koalitionen wird auch diese ihre Ziele nicht erreichen und letztendlich scheitern." Der Iran sei nach wie vor regional wie international ein einflussreiches Land. Daher sei die Bildung einer erfolgreichen Koalition gegen Teheran "keine einfache Sache", sagte der Sprecher.

Er bescheinigte den USA mit Hinweis auf ihre widersprüchlichen Aussagen der letzten Tage, den politischen Durchblick verloren zu haben. Mal wollten sie unter Vorbedingungen mit dem Iran verhandeln, mal ohne, und jeder in den USA sage etwas anderes. "Wir achten aber nicht auf diese Aussagen", sagte Mussawi laut dem Webportal des Außenministeriums. "Für uns ist nur der politische Kurs der USA wichtig."

Quelle: n-tv.de, aeh/dpa

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