Politik

Russische Pässe schon verteilt Besatzer in Region Cherson wollen Russland beitreten

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Der Widerstand in der Stadt Cherson war lange sehr groß, bald könnte der gleichnamige Bezirk vollständig zu Russland gehören.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Der prorussische Vizeverwaltungschef der Region Cherson, Kirill Stremoussow, will den Anschluss an Russland. Das soll bis Ende des Jahres passieren. Auch wenn vor Ort bereits mit Rubel gezahlt wird, äußert sich der Kreml bisher zurückhaltend zur Idee.

Im Süden der Ukraine will die unter russischer Besatzung stehende Verwaltung der Region Cherson ein formelles Beitrittsgesuch an Moskau richten. "Die Stadt Cherson - das ist Russland", sagte der prorussische Vizechef der Militär- und Zivilverwaltung von Cherson, Kirill Stremoussow, der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti zufolge.

Es werde in Cherson weder eine Volksrepublik, noch ein Referendum zum Beitritt geben. Seine Administration werde stattdessen direkt Kreml-Chef Wladimir Putin bitten, "das Gebiet Cherson als vollwertiges Subjekt in den Bestand Russlands zu überführen". Den Verzicht auf das Referendum begründete er damit, dass ein Volksentscheid auf der von Russland 2014 annektierten Halbinsel Krim international nicht anerkannt wurde. Stremoussows Angaben nach soll die Eingliederung bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Zuvor schon hatte die prorussische Verwaltung des Gebiets die Ausgabe russischer Pässe an die Bewohner angekündigt. Der russische Rubel gilt in Cherson seit dem 1. Mai als offizielles Zahlungsmittel.

Nach Angaben der US-Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines ist der russische Präsident Wladimir Putin noch immer fest entschlossen, eine Landverbindung vom Donbass im Osten über den Süden der Ukraine bis nach Transnistrien in der Republik Moldau herzustellen.

Peskow: Beitritt juristisch absichern

Im Kreml wurde diese Initiative der unteren Funktionärsebene zurückhaltend aufgenommen. "Zweifellos sollten die Bewohner der Region Cherson darüber entscheiden, ob sie so eine Bitte äußern oder nicht", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Zudem müsse solch ein Beitritt auch juristisch abgesichert werden. Die Krim war 2014 unmittelbar nach einem Referendum zum Teil Russlands erklärt worden.

Die politische Führung in Kiew reagierte scharf auf den Vorstoß. "Das einzige Schreiben, das die 'Gauleiter' des Gebietes Cherson vorbereiten können, ist das Begnadigungsgesuch nach dem Gerichtsurteil. Die Besatzer können darum bitten, dem Mars oder dem Jupiter angeschlossen zu werden", sagte Präsidentenberater Mychajlo Podoljak. Die ukrainische Armee werde Cherson befreien, fügte er hinzu.

Quelle: ntv.de, als/dpa/AFP

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