Politik

Viel mehr Opfer als befürchtet Bis zu 600 Tote bei Angriff auf Theater von Mariupol

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Eine Luftaufnahme vom 29. März zeigt das zerstörte Theater (rechts im Bild).

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Bei dem russischen Luftangriff auf das Theater von Mariupol starben offenbar deutlich mehr Menschen als angenommen. Die Nachrichtenagentur AP zieht für ihre neuen Berechnungen Zeugenberichte und Grundrisse des Gebäudes heran. Demnach kamen am 16. März bis zu 600 Menschen ums Leben.

Der Angriff auf das Theater von Mariupol sorgte weltweit für Entsetzen. Hunderte Menschen suchten in dem Gebäude Schutz, als es am 16. März von russischen Streitkräften aus der Luft bombardiert wurde. Ukrainische Behörden berichteten später von rund 300 Toten.

Einem Bericht der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) zufolge dürfte die Zahl der Todesopfer jedoch deutlich höher liegen. Demnach starben an diesem Tag bis zu 600 Menschen, die sich zum Zeitpunkt des Angriffs außerhalb und innerhalb der Theatermauern aufgehalten haben sollen.

Für ihre Berechnungen befragten die AP-Reporter demnach 23 Überlebende sowie Rettungskräfte und andere Personen, die mit der Örtlichkeit vertraut sind. Auch stellte die Nachrichtenagentur das Geschehen mithilfe von Experten nach. Dafür seien Fotos, Videos und Grundrisse des Gebäudes herangezogen worden.

Dem Bericht zufolge schätzen viele Überlebende die Zahl der Menschen, die zum Zeitpunkt des Luftangriffs in dem Gebäude waren, auf etwa 1000. Wie die britische Tageszeitung "The Guardian" Ende März berichtete, verließen lediglich 150 Überlebende unmittelbar nach dem Bombardement die Trümmer des Theaters.

Nach ukrainischen Angaben hatte Russland das Gebäude bombardiert, obwohl auf dem Boden vor den Mauern auf Russisch das Wort "Kinder" gemalt war. Der Angriff auf das "Akademische Dramatheater" der Oblast Donezk ist nach heutigem Wissensstand die Attacke mit den meisten Opfern seit Kriegsbeginn am 24. Februar.

Mariupol wurde in den vergangenen Wochen fast vollständig von den russischen Streitkräften zerstört. Vor dem Krieg lebten deutlich mehr als 400.000 Menschen in der Hafenstadt - heute sollen es noch etwa 100.000 sein.

Quelle: ntv.de, mbe

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