Politik

Bei Sieg über US-Präsident Trump Bloomberg wäre zu Verkauf von Firma bereit

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Der Demokrat Michael Bloomberg will den Republikaner Donald Trump aus dem Weißen Haus verdrängen.

(Foto: REUTERS)

Als einer der aussichtsreichsten Bewerber um die Kandidatur der Demokraten bei der US-Präsidentschaftswahl gilt derzeit Michael Bloomberg. Nun verkündet sein Team, dass er im Erfolgsfall seine Finanznachrichtenagentur verkaufen will. Damit würde der Milliardär einen Schritt weiter gehen als Präsident Trump.

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Michael Bloomberg will seine milliardenschwere Finanz- und Nachrichtenagentur im Falle eines Wahlerfolgs verkaufen. "Wenn er zum Präsidenten gewählt wird, verkauft Mike die Firma", teilte Galia Slayen, ein Mitglied seines Wahlkampfteams, mit und bestätigte damit frühere Angaben Bloombergs. Demnach werde dieser sein Unternehmen zunächst in einen Treuhandfonds einbringen und später verkaufen, sollte er US-Präsident werden. Analysten schätzen den Wert der Firma auf bis zu 60 Milliarden Dollar (etwa 55,5 Milliarden Euro).

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Die Finanz- und Nachrichtenagentur Bloomberg gehört zum gleichnamigen milliardenschweren Medienkonzern.

(Foto: imago/i Images)

Die Zukunft von Bloombergs Unternehmen stand infrage, seit der Multimilliardär im November seine Kandidatur im Rennen um die Präsidentschaft verkündet hatte, wobei er und seine Berater schwankten, ob er das vor 40 Jahren gegründete Unternehmen nach einem Wahlsieg in eine Treuhandgesellschaft einbringen oder seine Anteile vollständig veräußern sollte.

Forbes schätzt das Nettovermögen von Bloomberg auf etwa 54 Milliarden Dollar. Der ehemalige New Yorker Bürgermeister besitzt etwa 90 Prozent des Daten- und Medienunternehmens, das er 1981 mitbegründet hat. Die Nachrichtenagentur erwirtschaftet nur etwa 3 Prozent der Gesamteinnahmen des Unternehmens. Die Liste der möglichen Käufer sei zwar kurz, erklärte die Consultingfirma Burton-Taylor, könne aber Börsenbetreiber, Finanzkonsortien und große Technologieplattformen umfassen.

Vorwürfe gegen Trump

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Der 78-jährige Bloomberg führt eine aggressive Wahlkampagne. Der ehemalige Bürgermeister von New York wirft dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump vor, seine Geschäfte nie in einen Treuhandfonds eingebracht, sondern sie stattdessen seinen Söhnen übergeben zu haben.

Trump wiederum warf Bloomberg jüngst vor, sich die Nominierung der Demokraten "illegal zu erkaufen". Bloombergs massive Ausgaben stellten "in großem Maßstab" illegale Wahlkampffinanzierung dar, twitterte der Republikaner. Bloomberg kaufe sich mit den vielen von ihm verteilten Spenden zahlreiche Unterstützer zusammen, von denen viele früher noch seine Gegner gewesen seien, schrieb Trump. Auch bei den Demokraten gibt es Kritik an Bloombergs Wahlkampfkampagne.

Am Dienstag qualifizierte sich Bloomberg für die demokratische Vorwahldebatte an diesem Mittwoch in Las Vegas, wo er zum ersten Mal mit den übrigen Kandidaten auf der Bühne stehen wird. Der Geschäftsmann kam unter den Bewerbern der Demokraten nach einer aktuellen Umfrage landesweit auf 19 Prozent Zustimmung. Er belegt damit den zweiten Platz hinter dem linksgerichteten Senator Bernie Sanders aus Vermont mit 31 Prozent. Der Sieger des monatelangen Auswahlverfahrens tritt Anfang November bei der Präsidentschaftswahl gegen den republikanischen Amtsinhaber Trump an.

Quelle: ntv.de, cri/DJ/rts/dpa