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Blutiger Zugriff in Mexiko74 Tote bei Festnahme von Drogenboss "El Mencho"

23.02.2026, 16:39 Uhr
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Am Sonntag hatten Soldaten versucht, "El Mencho" im westlichen Bundesstaat Jalisco festzunehmen. Dabei kam es zu heftigen Kämpfen. (Foto: picture alliance/dpa/XinHua)

Ein gezielter Schlag gegen den berüchtigten Drogenboss"El Mencho" löst in Mexiko landesweit Chaos aus. Beim Einsatz gegen den Anführer des Cártel Jalisco Nueva Generación sterben zahlreiche Sicherheitskräfte und Verdächtige.

Bei der Festnahme des mexikanischen Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes alias "El Mencho" und anschließenden Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und Verdächtigen sind mindestens 74 Menschen ums Leben gekommen. Darunter seien auch 25 Mitglieder der Nationalgarde sowie ein Justizvollzugsbeamter und ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft, sagte Sicherheitsminister Omar García Harfuch.

Am Sonntag hatten Soldaten versucht, "El Mencho" im westlichen Bundesstaat Jalisco festzunehmen. Dabei kam es zu heftigen Kämpfen. Der verwundete Anführer des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) wurde schließlich ausgeflogen und erlag auf dem Weg nach Mexiko-Stadt seinen Verletzungen. Daraufhin steckten mutmaßliche Kämpfer des Verbrechersyndikats in mehreren Bundesstaaten Autos in Brand und blockierten zahlreiche Straßen. Außerdem griffen sie Banken, Tankstellen und Geschäfte an.

Oseguera, ein ehemaliger Polizist, hatte das CJNG 2009 gegründet und zu einer der mächtigsten kriminellen Organisationen Mexikos ausgebaut. Das Kartell ist für seine Brutalität bekannt und setzt bei seiner Expansion unter anderem Drohnen für Angriffe auf Zivilisten ein. Neben dem Drogenhandel ist die Gruppe unter anderem in Kraftstoffdiebstahl, Erpressung, Menschenschmuggel und Finanzbetrug aktiv.

Auf den Kopf des meistgesuchten Kriminellen Mexikos war eine Belohnung von 15 Millionen Dollar ausgesetzt. Die Informationen, die zur Festnahme und zum Tod des Kartellbosses führten, stammten laut Verteidigungsminister Ricardo Trevilla von einer Geliebten Osegueras. Der Zugriff der Spezialkräfte erfolgte am Sonntagmorgen in der Stadt Tapalpa im Bundesstaat Jalisco. Der Tod des 60-Jährigen löste eine Welle der Gewalt aus, da Kartellmitglieder Rache übten. In mehreren Bundesstaaten blockierten Bewaffnete Autobahnen mit brennenden Fahrzeugen und setzten Geschäfte in Brand.

Sicherheitsexperten befürchten nun eine Destabilisierung der kriminellen Szene und blutige Nachfolgekämpfe. "Es wird definitiv zu Scharmützeln zwischen den verschiedenen Fraktionen kommen, und diese Gewalt könnte Jahre andauern", sagte Carlos Olivo, ein ehemaliger leitender Beamter der US-Drogenbehörde DEA.

Quelle: ntv.de, jki/dpa/rts

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