Politik

Willy Brandt im Traum erschienen Böhmermann bewirbt sich für SPD-Vorsitz

123639809.jpg

Traut sich offenbar auch ein hohes politisches Amt zu: Jan Böhmermann.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Satiriker Jan Böhmermann ist für seine Inszenierungen berüchtigt. Nun macht der ZDF-Moderator mit einer kurzfristigen Kandidatur auf sich aufmerksam: Er wolle SPD-Parteivorsitzender werden. Doch es gäbe noch einige Hürden zu überwinden.

Kurz vor Ende der Bewerbungsfrist hat sich ein prominenter Anwärter auf den SPD-Parteivorsitz aus der Deckung gewagt: Jan Böhmermann. Nach eigenen Worten strebt der Satiriker offenbar an, SPD-Chef zu werden. Das kündigte er jedenfalls in seiner Show "Neo Magazin Royale" an. Willy Brandt sei ihm im Traum erschienen und habe ihm gesagt: "Du musst es machen, der Olaf (Scholz) ist 'ne Pfeife."

*Datenschutz

Es könne juristische Schwierigkeiten geben, sagte er. Aber: "Ich, Jan Böhmermann, möchte Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands werden." An die Adresse der Parteimitglieder sagte der Entertainer: "Ich bin bereit, die SPD zu retten, wenn Ihr mir dabei helft."

Seine Kampagne hat den Hashtag "#neustart19" und erfährt schon jetzt große Aufmerksamkeit in den sozialen Medien. Er müsse jedoch noch drei Herausforderungen bewältigen, wie der 38-Jährige auf einer eigens eingerichteten Website schreibt: "1. Formell muss die Kandidatur für den Parteivorsitz bis Sonntag um 18 Uhr eingereicht sein. 2. Ich brauche bis dahin die Unterstützung von fünf SPD-Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband. 3. Ich brauche bis dahin eine gültige Mitgliedschaft in der SPD."

*Datenschutz

In einem Bewerbungsvideo wendet sich Böhmermann zudem direkt an Frauen, die SPD-Mitglieder sind. Eine von ihnen sollte sich mit ihm zusammen bewerben und dafür sorgen, dass er sowohl den erforderten Rückhalt von den jeweiligen Mitgliedsverbänden habe als auch rechtzeitig seine Parteimitgliedschaft anerkannt werde. In dem Streifen hält er ein Dokument in die Kamera, das seinen ausgefüllten Mitgliedsantrag darstellen soll.

"Hättest Du Dich mal früher gemeldet"

Auf der Kampagnen-Webseite schreibt Böhmermann zudem: "Nein, das ist kein Witz. Ich bewerbe mich hiermit offiziell und öffentlich um das Amt des Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands." Angesichts der späten Bewerbung und der hohen Hürden darf aber angezweifelt werden, inwiefern er die Kandidatur tatsächlich ernst meint.

Die Berliner SPD-Politikerin Sawsan Chebli kommentierte die Böhmermann-Kampagne jedenfalls auf Twitter mit den Worten "Mensch, Jan! Hättest Du Dich mal früher gemeldet, dann hätten wir zusammen kandidieren können." Sie habe zuvor vergeblich nach einem Mann gesucht, mit dem sie sich als Duo bewerben kann. Jetzt käme seine öffentliche Kandidatur viel zu spät.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

Mehr zum Thema