Politik

Trotz Krisenlage in Brasilien Bolsonaro will Corona-Maßnahmen stoppen

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Brasilien meldete zuletzt 90.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

In Brasilien ist ein Ende der katastrophalen Corona-Situation mit Tausenden Toten am Tag noch nicht in Sicht. Trotzdem beantragt Präsident Bolsonaro, Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sofort zu beenden. So könnte es schon bald weitreichende Lockerungen in vielen Bezirken geben.

Auf dem bisherigen Höhepunkt der Corona-Pandemie in Brasilien will der rechte Präsident Jair Bolsonaro die Maßnahmen einiger Bundesstaaten zur Eindämmung des Virus kippen. Dies berichtete das Nachrichtenportal G1. Die Regierung beantragte beim Obersten Gerichtshof, Dekrete des Bundesbezirks rund um die Hauptstadt Brasilia, Bahia und Rio Grande do Sul beispielsweise zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit und nicht systemrelevanter Geschäftsaktivitäten zu kassieren.

Nach Einschätzung der Bundesregierung fehlt den Gouverneuren die Kompetenz für diese Entscheidungen. Brasilien ist nach den USA das von der Pandemie am stärksten betroffene Land der Welt. Im größten Staat Lateinamerikas wurden zuletzt über 90.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden vermeldet, pro Tag sterben rund 3000 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Datafolha gaben 79 Prozent der Brasilianer an, dass die Pandemie außer Kontrolle geraten ist. Präsident Bolsonaro hatte das Coronavirus immer wieder verharmlost und sich gegen weitreichende Schutzmaßnahmen gesperrt.

Quelle: ntv.de, spl/dpa

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