Politik

Behandlung schlägt an Boris Johnson geht es etwas besser

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Ein Bild aus besseren Tagen: Boris Johnson.

(Foto: imago images/Vedat Xhymshiti)

Der an Covid-19 erkrankte Premier ist angeblich auf dem Weg der Besserung. Doch für eine Entwarnung scheint es noch zu früh. Johnson muss noch immer auf der Intensivstation behandelt werden.

Der Gesundheitszustand des britischen Premierministers Boris Johnson hat sich nach Angaben von Finanzminister Rishi Sunak gebessert. "Der Premierminister bleibt in Intensivbehandlung, wo sich sein Zustand verbessert", sagte Sunak in einer Pressekonferenz. Außerdem habe sich Johnson im Bett aufsetzen können und habe "positiv" mit dem medizinischen Team interagiert. Zuvor hatte der Regierungssitz Downing Street mitgeteilt, Johnson sei "klinisch stabil" und die Behandlung schlage an. Er werde weiterhin auf der Intensivstation des St. Thomas's Hospital in London behandelt und sei gut gelaunt.

Bei einem Pressebriefing am Mittag hatte ein Regierungssprecher gesagt, Johnson erhalte eine reguläre Sauerstoffbehandlung, könne aber selbstständig atmen. Er arbeite nicht, sei aber in der Lage, die für ihn notwendigen Kontakte zu pflegen. Nach einem Bericht der "Times" ist auch Johnsons hohes Fieber zurückgegangen. Er wird im Krankenhaus von Richard Leach behandelt, der als führender Lungenfacharzt Großbritanniens gilt, wie der "Telegraph" berichtete. Johnson war am Sonntag ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem die Symptome seiner Covid-19-Erkrankung nach zehn Tagen nicht abgeklungen waren. Am Montag ging es ihm dann schlechter und er musste auf die Intensivstation verlegt werden. Seitdem stabilisierte sich sein Gesundheitszustand aber. 

Dominic Raab vertritt Johnson teilweise

Als Johnson am 27. März erstmals von seiner Infektion berichtete, betonte er, die Symptome seien milde. Immer wieder hatte er Videobotschaften aus der häuslichen Isolation in seiner Dienstwohnung in der Downing Street verschickt. Er gab sich stets optimistisch, sah jedoch von Mal zu Mal erschöpfter aus.

Vertreten wird Johnson inzwischen teilweise von Außenminister Dominic Raab. Der hatte sich als kompromissloser Brexit-Anhänger während des dreieinhalb Jahre andauernden Ringens um den EU-Austritt einen Namen gemacht. Raab gilt als ehrgeizig, aber auch dogmatisch und teilweise unsicher im Auftreten. Die Regelungen, wer im schlimmsten Fall die Amtsgeschäfte des Regierungschefs auch über eine längere Zeit übernehmen könnte, sind unklar. Großbritannien hat keine geschriebene Verfassung.

Die Zahl der Todesfälle durch die Coronavirus-Pandemie in Großbritannien stieg unterdessen weiter dramatisch an. Bis Dienstagabend wurden dort 938 neue Todesfälle verzeichnet, wie das Gesundheitsministerium in London mitteilte. Insgesamt stieg die Zahl der Toten damit auf mehr als 7000. Nur teilweise eingerechnet sind dabei bislang die Sterbefälle in Pflegeheimen. Die Zahl der positiv getesteten Personen in Großbritannien stieg auf 60.733.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa