Politik

"Besonderer Moment" Briefwahl bestätigt Laschet als CDU-Chef deutlich

Jetzt ist es amtlich: Armin Laschet ist neuer Parteivorsitzender der Christlich Demokratischen Union. Der Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens kann sich über eine solide Rückendeckung der Parteimitglieder freuen.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ist endgültig neuer CDU-Vorsitzender. Nach seinem Wahlsieg bei einem Online-Parteitag am vergangenen Samstag bestätigten ihn die Delegierten nun auch in der anschließenden Briefwahl. Das gab die CDU in Berlin bekannt. Demnach entfielen 83,35 Prozent der Stimmen auf Laschet. 796 der 980 gültigen Briefwahlstimmen, die fristgerecht abgegeben wurden, konnte der 59-Jährige auf sich vereinen.

In einer ersten Reaktion sagte Laschet, es handele sich um einen "besonderen Moment". Er dankte den CDU-Mitgliedern für das große Vertrauen und seinen Mitbewerbern um den Parteivorsitz - Friedrich Merz und Norbert Röttgen - für den "fairen Wettbewerb". Die beiden standen nach einer gemeinsamen Festlegung in der Briefwahl nicht mehr zur Abstimmung.

Laschet hatte die Stichwahl gegen Merz auf dem Online-Parteitag am Samstag gewonnen. Der Aachener kam auf 52,6 Prozent der abgegebenen Stimmen inklusive der Enthaltungen. Merz erzielte 47,0 Prozent. Um die "digitale Vorauswahl" rechtssicher zu machen, wurde eine Briefwahl angeschlossen. Laschet, Merz und Röttgen hatten aber schon vorab versichert, dass sie das Ergebnis der Online-Abstimmung akzeptieren wollten.

An Merkel und Kohl kommt Laschets Ergebnis nicht ran

Merz rief die CDU-Mitglieder vergangenen Montag zur Unterstützung des neuen Parteichefs auf. "Ich bitte alle Delegierten, an der schriftlichen Schlussabstimmung teilzunehmen und unseren neuen Vorsitzenden Armin Laschet mit einem starken Votum auszustatten. Und dann gehen wir gemeinsam an die Arbeit", hieß es in einem Brief von Merz.

Im Vergleich mit den früheren Vorsitzenden der CDU erzielte Laschet ein respektables Ergebnis. Seine Vorgängerin Annegret Kramp-Karrenbauer setzte sich 2018 gegen ihre damaligen Herausforderer Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn denkbar knapp mit 51,8 Prozent der Delegiertenstimmen durch.

Die drei besten jemals erzielten Parteitagsergebnisse der jüngeren Geschichte spielen da in einer anderen Liga: Die langjährige Vorsitzende Angela Merkel war 2012 beispielsweise mit sagenhaften 97,9 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. Wolfgang Schäuble verbuchte 1998 91,7 Prozent. Und im Jahr der Wiedervereinigung gelang es Helmut Kohl, mit 98,5 Prozent der Stimmen den Parteivorsitz zu behaupten.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa