Teilte Mandelson sensible Infos?Britischer Ex-Minister wegen Epstein-Akten unter Druck

Jeffrey Epstein pflegte auch Kontakte zu hochrangigen europäischen Politikern. Dem ehemaligen britischen Wirtschaftsminister Mandelson soll er mehrmals Geld überwiesen haben. Neue Erkenntnisse zeigen, wie eng sie zusammengearbeitet haben.
Der Epstein-Skandal zieht in Großbritannien weiter Kreise. E-Mail-Verläufe aus den vom US-Justizministerium veröffentlichten Akten legen nahe, dass der frühere britische Wirtschaftsminister Peter Mandelson während der Finanz- und Wirtschaftskrise sensible Informationen an Epstein weitergegeben haben könnte.
Die E-Mails fallen in die Zeit Mandelsons als Wirtschaftsminister unter Premierminister Gordon Brown von 2008 bis 2010. Demnach soll Mandelson unter anderem die Entscheidung für einen 500-Milliarden-Euro-Rettungsschirm in der Euro-Krise einen Tag vor deren Verkündung an Epstein weitergegeben haben. Zudem legen die Nachrichten nahe, dass er versuchte, die Einführung einer Steuer auf Boni für Banker zu verhindern.
"Ich bemühe mich um eine Änderung", schrieb Mandelson laut dem "Guardian" am 15. Dezember 2009 in einer Email an Epstein. "Das Finanzministerium bleibt hartnäckig, aber ich bin dran."
Mandelson, der wegen seiner engen Verbindungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter und US-Geschäftsmann im vergangenen Jahr seinen Posten als britischer Botschafter in den USA verlor, gerät damit weiter in Bedrängnis. Er hatte kürzlich bereits seine Mitgliedschaft in der Labour-Partei niederlegt, zudem gibt es Forderungen, dass er seinen Sitz im Oberhaus verlieren soll.
An Zahlungen Epsteins an sich und seinen Ehemann, die ebenfalls aus den Akten hervorzugehen scheinen, erinnert Mandelson sich nach eigenen Angaben nicht. Zu den jüngsten Vorwürfen äußerte er sich bislang nicht.