Angesehener GeheimdienstleiterBudanow soll Selenskyjs neuer Bürochef werden

In der Ukraine will Staatschef Selenskyj einen Geheimdienstler auf einen Top-Posten in seiner Regierung holen. Kyrylo Budanow genießt im Land einen guten Ruf und soll nun eine noch wichtigere Rolle bei der weiteren Verteidigung und auch Verhandlungen spielen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat laut eigenen Angaben Militärgeheimdienstchef Kyrylo Budanow bei einem Treffen vorgeschlagen, den Job als sein Büroleiter zu übernehmen. "Derzeit muss sich die Ukraine stärker auf Sicherheitsfragen, den Aufbau der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte der Ukraine sowie auf die diplomatischen Verhandlungen konzentrieren, und das Präsidialamt wird in erster Linie der Erfüllung dieser Aufgaben unseres Staates dienen. Kyrylo verfügt über einschlägige Erfahrung in diesen Bereichen und über ausreichende Stärke, um Ergebnisse zu erzielen", sagte Selenskyj.
Budanow ist als Chef des Militärgeheimdienstes HUR verantwortlich für viele Schläge gegen russische Ziele bei der Verteidigung gegen die Invasion. Dadurch erlangte er ein hohes Ansehen in der Ukraine. Budanow soll sich zudem nicht zu schade sein, auch an besonders heiklen Orten an der Front zu arbeiten. Im stark umkämpften Gebiet von Pokrowsk ist eine Spezialeinheit des Militärgeheimdienstes aktiv.
Kürzlich gelang laut eigenen Angaben die Vortäuschung der Tötung des rechtsextremen russischen Kämpfers Denis Kapustin, mit der eine halbe Million Dollar Belohnung aus Moskau eingestrichen worden sein soll. Kapustin leitet ein russisches Freiwilligenkorps, das aufseiten der Ukraine kämpft.
Nachfolger von Jermak
"Ich habe den neuen Leiter des Präsidialamtes angewiesen, in Zusammenarbeit mit dem Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine und anderen relevanten Führungskräften und Institutionen die strategischen Grundlagen der Verteidigung und Entwicklung unseres Staates sowie die weiteren Schritte zu aktualisieren und zur Genehmigung vorzulegen", teilte Selenskyj mit.
Den Posten des Bürochefs hatte zuvor Andrij Jermak inne. Dieser trat wegen Ermittlungen in Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen zurück. Dies geschah inmitten der Verhandlungsrunden mit den USA über ein Ende des russischen Angriffskrieges.