Geheimdienst: Kapustin lebtTod des Kommandanten des Russischen Freiwilligenkorps war vorgetäuscht

Ende vergangenen Jahres macht das Russische Freiwilligenkorps in der Ukraine den Tod ihres Anführers Denis Kapustin öffentlich. Doch dieser ist nur vorgetäuscht und Teil einer ukrainischen Geheimdienstoperation, wie nun bekannt wird.
Der ukrainische Geheimdienst GUR hat öffentlich gemacht, dass der Kommandant des Russischen Freiwilligenkorps (RDK), der Rechtsextremist Denis Kapustin, entgegen anderslautenden Berichten, nicht getötet wurde. "Das Versagen der russischen Sonderdienste - der Kommandant der RDK Denis Kapustin ist am Leben, und die halbe Million Dollar, die für seine Liquidierung gezahlt wurde, wird die Spezialeinheiten des GUR stärken", heißt es in einer Mitteilung des ukrainischen Geheimdiensts.
Die Operation des ukrainischen Geheimdiensts zur Vortäuschung des Todes Kapustins dauerte nach eigenen Angaben rund einen Monat. Dabei seien auch Verantwortliche in den russischen Geheimdiensten identifiziert worden.
Ende Dezember hatte das Russische Freiwilligenkorps selbst den Tod Kapustins bei einem russischen Drohnenangriff in der ukrainischen Region Saporischschja bekannt gegeben. Russland hatte ein Kopfgeld in Höhe von 500.000 Dollar für den Tod Kapustins ausgelobt.
Das Russische Freiwilligenkorps wurde 2022 von Kapustin gegründet, etwa ein halbes Jahr nach Beginn der Vollinvasion Russlands in der Ukraine. Kiew erkennt das Russische Freiwilligenkorps jedoch nicht offiziell als Kampfverband an. Nach eigenen Aussagen will Kapustin Putin stürzen. Ihm soll ein "ethnisch reines" Russland vorschweben. Er setzt dafür auf einen Zerfall Russlands in Teilstaaten.
Zuvor war der gebürtige Russe vor allem als Hooligan und Rechtsextremist in Erscheinung getreten. 2001 siedelte seine Familie von Moskau nach Deutschland über. Kapustin lebte in Köln, er spricht Deutsch. Er besuchte Rechtsrockkonzerte und veranstaltete Kampfsportveranstaltungen. Zudem rief er das Neonazilabel "White Rex" ins Leben und vernetzte sich international mit Rechtsextremisten. Laut ZDF stieg er in den 2010er Jahren zu einer der führenden Figuren in der europäischen Neonaziszene auf.