Nach Ausbruch der CholeraBürgerkriegsland Jemen erklärt den Notstand

Im Jemen herrscht seit zwei Jahren Krieg - die Bevölkerung leidet unter Hunger und einer katastrophalen Gesundheitsversorgung. Nun bricht in dem Land eine Cholera-Epidemie aus. Die Behörden warnen vor einer "nie dagewesene Katastrophe".
Nach dem Ausbruch der Cholera im Bürgerkriegsland Jemen haben die Behörden in der Hauptstadt Sanaa den Notstand erklärt. Das Gesundheitsministerium rief am Sonntag humanitäre Hilfsorganisationen auf, dem Land bei der Eindämmung der Epidemie zu helfen und eine "noch nie dagewesene Katastrophe" abzuwenden. Innerhalb weniger Tage stieg die Zahl der Cholera-Toten auf 115, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz unter Berufung auf Angaben des Gesundheitsministeriums mitteilte. Mehr als 8500 Verdachtsfälle wurden gemeldet. n
Das vom Krieg beeinträchtigte Gesundheitssystem ist nach Informationen der staatlichen Nachrichtenagentur Saba nicht mehr in der Lage, die Infektionskrankheit in den Griff zu bekommen. Nur wenige medizinische Einrichtungen funktionieren noch im Jemen. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung haben laut UN-Angaben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Etwa 7,6 Millionen Menschen leben im Jemen der WHO zufolge in Gebieten, die einem hohen Risiko einer Cholera-Übertragung ausgesetzt sind. In Sanaa trug ein Streik der Müllabfuhr zu der Ausbreitung der Cholera bei. Tagelang lagen verrottende Abfälle in den Straßen, die Müllwerker verlangten die Auszahlung ausstehender Löhne.
Iran soll Rebellen unterstützen
Im Jemen kämpfen seit 2015 die schiitischen Huthi-Rebellen gegen die Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi. Sanaa wird von den Rebellen kontrolliert. Die Weltgesundheitsorganisation spricht mit Blick auf den Jemen von einer der schwersten humanitären Krisen weltweit.
Eine internationale Koalition unter der Führung Saudi-Arabiens versucht, die Aufständischen zu vertreiben. Diese haben Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Zuletzt mehrten sich Hinweise, dass der Iran die Huthi mit Militärberatern und Waffen unterstützt. Der Iran weist dies zurück.