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Bessere Mülltrennung Bund fordert Wertstofftonne in Kommunen

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(Foto: imago/Rolf Kremming)

Städte wie Hannover, Braunschweig und Leipzig machen eine effektive Mülltrennung vor, andere Kommunen sollen bundesweit nachziehen. Das Umweltbundesamt setzt dabei auch auf das neue Verpackungsgesetz, doch bei der Umsetzung kommt es auf die Verbraucher an.

Das Umweltbundesamt fordert die Kommunen zur Einführung einer sogenannten Wertstofftonne auf. "Aus Umweltsicht ist eine Wertstofftonne sinnvoll", sagte Matthias Fabian, der beim Umweltbundesamt für das Verpackungsgesetz zuständig ist, der "Welt am Sonntag". Einige Kommunen hätten die Wertstofftonne bereits eingeführt - "es wäre aus Sicht des Umweltbundesamtes wünschenswert, wenn zahlreiche weitere Kommunen dem Beispiel folgen".

In den Behälter, den es in Städten wie Hannover, Braunschweig und Leipzig oder auch im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen schon gibt, gehören der Verpackungsmüll aus der gelben Tonne und sogenannte stoffgleiche Nichtverpackungen - also Wertstoffe aus Plastik und Metall. Dazu gehören beispielsweise altes Spielzeug aus Plastik oder ausrangierte Schüsseln und Töpfe, die sonst in der schwarzen Restmülltonne und damit in der Verbrennung landen würden.

Eigentlich hatte das Bundesumweltministerium die bundesweite Einführung einer solchen Tonne bereits geplant. Dann aber ist das eigens dafür geschriebene Wertstoffgesetz nach jahrelanger Diskussion am Widerstand der Kommunen gescheitert, die für die Entsorgung des Restmülls zuständig sind. Denn die Wertstofftonne sollte nach dem Willen des Ministeriums die privatwirtschaftliche gelbe Tonne ablösen und daher in die Zuständigkeit der privaten Entsorger fallen.

Regionale Lösungen sind Fabian zufolge dennoch möglich, wie die bisherigen Beispiele zeigen. Jede einzelne Kommune sei daher gefragt. Statt eines Wertstoffgesetzes tritt nun zum Jahreswechsel das neue Verpackungsgesetz in Kraft. Mit der neuen Vorschrift erhöhen sich zum einen die Recyclingquoten für Papier, Glas und Metall, vor allem aber für Kunststoffabfälle.

Damit die neuen Quoten erfüllt werden können, sieht das Umweltbundesamt den Verbraucher in der Pflicht, seinen Müll wieder besser zu trennen. Zuletzt seien die sogenannten Fehlwurfquoten deutlich angestiegen. In einigen Regionen waren nach Untersuchungen des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) bis zu 60 Prozent der Müllmengen in der falschen Tonne.

Darüber hinaus fordert das Bundesumweltministerium auch mehr Anstrengungen von den Entsorgungs- und Recyclingfirmen. "Sortieranlagen müssen noch besser sortieren", sagte eine Ministeriumssprecherin der "Welt am Sonntag". "In den letzten Jahren fehlten jedoch Anreize, Investitionen zu tätigen, da die bisherigen Recyclingquoten problemlos erreicht werden konnten." Das ändere sich jetzt aber zum 1. Januar.

Das Bundesumweltministerium verspricht sich vom neuen Gesetz weniger Plastik und mehr Recycling. Die Regelung diene "dem übergeordneten Ziel, überflüssige Verpackungsabfälle zu vermeiden", sagte eine Sprecherin.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP

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