Politik

Umfrage unter Deutschen Bund soll mehr über Bildung entscheiden

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Fast 90 Prozent der Befragten wünschen sich einheitliche Abschlussprüfungen in Deutschland.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bildung ist in Deutschland Ländersache. Eine Umfrage macht nun aber deutlich: Viele Deutsche wünschen sich mehr Einheitlichkeit bei Abschlussprüfungen, Lehrplänen oder Lehrerausbildung.

Der Bund sollte aus Sicht der meisten Deutschen beim Thema Bildung laut einer Umfrage mehr entscheiden dürfen. 60 Prozent der Befragten befürworteten im Ifo-Bildungsbarometer, dass grundsätzlich die Bundesregierung wichtige bildungspolitische Entscheidungen treffen sollte. Nur 28 Prozent sprachen sich dagegen aus. Am größten ist die Zustimmung für eine Zuständigkeit des Bundes im Hochschulbereich (53 Prozent). Die Kultushoheit liegt aber bei den Ländern.

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen wünscht sich laut Umfrage einheitliche Schulabschlussprüfungen in allen Bundesländern. 89 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, ein deutschlandweit einheitliches Abitur einzuführen. 88 Prozent befürworteten einheitliche Abschlussprüfungen an Realschulen, 85 Prozent an Hauptschulen.

Die Einrichtung eines Nationalen Bildungsrats, dessen Empfehlungen die Bildungssysteme der Länder vergleichbarer machen und vereinheitlichen sollen, befürworteten 70 Prozent der Befragten. Dieses Vorhaben war am Widerstand von Baden-Württemberg und Bayern gescheitert. Für einen verbindlichen Bildungsstaatsvertrag der Länder sprachen sich nun sogar 83 Prozent der Befragten aus. In der repräsentativen Umfrage wurden die Menschen auch gefragt, wie sie zu einzelnen Vorschlägen zur Vereinheitlichung des deutschen Schulsystems stehen. Am deutlichsten befürworteten die Befragten eine einheitliche Ausbildung von Lehrern (90 Prozent) und einheitliche Lehrpläne in der gymnasialen Oberstufe (87 Prozent).

Gleichzeitig wünschen sich die Befragten mehrheitlich eine stärkere Finanzierung von Kitas, Schulen und Hochschulen durch den Bund - mit im Schnitt 38 bis 49 Prozent der Mittel. Im vergangenen Jahr lag der jeweilige Anteil bei nur 1 Prozent in der Kindertagesbetreuung und 17 Prozent bei den Hochschulen. Die Finanzierung von Schulen ist primär Sache der Länder und Gemeinden. 73 Prozent der Befragten sprachen sich in der repräsentativen Umfrage für eine Aufhebung des Kooperationsverbots aus, das ein Engagement des Bundes in diesem Bereich verhindert.

Quelle: ntv.de, bea/dpa

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