Politik
Längst kann man Staaten auch per Tastatur und Internetverbindung angreifen.
Längst kann man Staaten auch per Tastatur und Internetverbindung angreifen.(Foto: dpa)
Samstag, 11. August 2018

"Digitales Gefechtsfeld": Bund will in Cyberwaffen investieren

Das Internet ist zum Schlachtfeld für Angriffe auf Staaten geworden. Um für den Cyberwar gerüstet zu sein, plant die Bundesregierung laut einem Bericht mehr Investitionen in die Cybersicherheit. Dies soll über eine Agentur erfolgen.

Die Bundesregierung will einem Bericht zufolge eine eigene Agentur für Cyberwaffen gründen, um in diesem Bereich mit staatlicher Förderung auf dem neuesten Stand der Technik zu sein. Das Bundeskabinett werde am kommenden Mittwoch die Gründung einer "Agentur für Innovation in der Cybersicherheit" zur Stärkung der Sicherheit nach außen und im Inneren beschließen, berichtete der "Spiegel".

Laut der Kabinettsvorlage solle die neue Gesellschaft sicherstellen, dass Sicherheitsbehörden und Bundeswehr für die Abwehr von Cyberangriffen die "technologische Innovationsführerschaft" bei Schlüsseltechnologien selbst behalten und Cyberprodukte zur Analyse oder zum virtuellen Gegenschlag nicht erst vom freien Markt einkaufen müssen.

Die Agentur solle damit einen "nachhaltigen Beitrag zur Sicherung der Zukunft Deutschlands leisten", zitiert das Blatt aus der Vorlage von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen von der CDU und Innenminister Horst Seehofer von der CSU.

Mit der Idee orientiert sich Deutschland demnach an ähnlichen staatlichen Cyberagenturen in den USA oder Israel. Diese identifizierten entscheidende neue Cybertechnologien bereits in der Entwicklungsphase, investierten dann meist in die entsprechenden Start-ups oder Firmen und kämen auf diese Weise an hochmoderne Cyberwaffen, noch bevor diese marktverfügbar seien.

Der "Spiegel" zitiert aus einer Analyse der Bundeswehr, derzufolge die staatliche Cyberforschung für Deutschland notwendig sei, um auf dem "digitalen Gefechtsfeld zu bestehen" und einen "essenziellen Beitrag zur gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge" zu leisten. Das Verteidigungsministerium habe deswegen für 2019 und 2020 je rund 50 Millionen Euro für Forschung und Technik im Cyber-Sektor eingeplant.

Quelle: n-tv.de