Politik

Forderung nach AlternativenBund zahlt 481 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen

09.02.2026, 07:34 Uhr
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Mit den ausgegebenen Summen könnte man europäische Alternativen vorantreiben, so die Grünen-Politikerin Rebecca Lenhard. (Foto: picture alliance / NurPhoto)

Derisking, also die Reduzierung von Abhängigkeiten gegenüber anderen Ländern, hat an Bedeutung gewonnen. Dies gilt auch für den IT-Bereich. Dass die Ausgaben der Bundesverwaltung für Microsoft-Lizenzen gestiegen sind, stößt auf Kritik.

Die Ausgaben der Bundesverwaltung für Lizenzen des US-Softwarekonzerns Microsoft sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im Jahr 2025 wurden dafür 481,4 Millionen Euro ausgegeben. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Rebecca Lenhard hervor, die der "Süddeutsche Zeitung" vorab vorlag.

Die unmittelbare und mittelbare Bundesverwaltung sowie Zuwendungsempfänger des Bundes beziehen ihre Lizenzen demnach in aller Regel aus einem Rahmenvertrag, den die Zentralstelle IT-Beschaffung ausgeschrieben hat. Aus diesem Vertrag wurden laut der Antwort im Jahr 2023 Microsoft-Produkte im Wert von 274,1 Millionen Euro abgerufen, 2024 waren es 347,7 Millionen Euro. Die Vergleichbarkeit mit früheren Anfragen sei eingeschränkt, heißt es, da der Kreis der Bezugsberechtigten über die Ressorts und nachgeordneten Behörden hinausgehe.

"Die vorgelegten Zahlen zeigen einen gefährlichen Trend. Die Ausgaben des Bundes für Microsoft-Lizenzen sind in den letzten Jahren massiv gestiegen", sagte Rebecca Lenhard der "Süddeutschen Zeitung". Mit solchen Summen ließe sich der Aufbau und die Stärkung leistungsfähiger Open-Source-Lösungen und europäischer Alternativen gezielt vorantreiben. "Stattdessen vertiefen wir unsere Abhängigkeit von einzelnen außereuropäischen Anbietern weiter."

Über die Beschaffung von Microsoft-Lizenzen auf Ebene der Länder und Kommunen liegen der Bundesregierung laut ihrer Antwort keine konkreten Zahlen vor. Grund seien die föderal verteilten Zuständigkeiten in diesem Bereich. Da die Ausgaben der Länder und Kommunen nicht enthalten seien, dürfte das tatsächliche Gesamtvolumen der öffentlichen Microsoft-Beschaffung deutlich höher liegen, sagte Lenhard.

Quelle: ntv.de, mpe

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