Politik

Vertrauen in die Politik Bundespräsident vorn, Parteien hinten

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Am Samstag empfingen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Sternsinger aus der Diözese Eichstätt.

(Foto: dpa)

Im Ranking der politischen Institutionen, denen die Deutschen vertrauen, steht Bundespräsident Steinmeier auf dem ersten Platz. Die Bundeskanzlerin kommt lediglich auf Rang fünf. Überraschend: In Ostdeutschland ist das Vertrauen in Merkel größer als im Westen.

Das größte Vertrauen in die politischen Institutionen haben die Deutschen zum Bundespräsidenten: Ihm bringen 79 Prozent großes oder sehr großes Vertrauen entgegen. Das ergibt das von Forsa ermittelte aktuelle RTL/n-tv-Trendbarometer.

Im Vergleich zu Anfang 2014, also ebenfalls kurz nach der damaligen Bundestagswahl im September 2013, ist das Vertrauen zum Staatsoberhaupt um acht Prozentpunkte angestiegen. 2012 war das Vertrauen zum Bundespräsidenten nach den Rücktritten der damaligen Amtsinhaber Horst Köhler und Christian Wulff mit 32 Prozent auf einem Tiefststand. Die als positiv empfundene Amtsführung von Joachim Gauck und die hohe Sympathie, die Frank-Walter Steinmeier schon als Außenminister besaß, haben das Vertrauen zum Amt des Präsidenten deutlich gestärkt.

50 oder mehr Prozent aller Bundesbürger haben Vertrauen zu den politischen Institutionen auf kommunaler Ebene, also zum Bürgermeister beziehungsweise Oberbürgermeister, zum Kommunalparlament sowie zur Stadt- oder Gemeindeverwaltung. Auf dieser Ebene liegen auch die Bundeskanzlerin und die jeweiligen Landesregierungen. Etwas geringer ist das Vertrauen zum Bundestag und zur Bundesregierung und vor allem zur Europäischen Union.

Politische Parteien hatten noch nie sonderlich hohe Sympathiewerte. Das hat sich auch 2018 nicht geändert. Obwohl Parteien nicht sonderlich beliebt sind, hält sie die große Mehrheit der Bürger für unverzichtbar, damit das politische System funktioniert.

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Während das Vertrauen zum Bundespräsidenten seit 2014 deutlich größer geworden ist, ist das Vertrauen zu den anderen politischen Institutionen in den letzten vier Jahren seit der Bundestagswahl 2013 ähnlich groß geblieben oder rückläufig. Deutlich geringer geworden ist das Vertrauen zur Kanzlerin, das von 64 Prozent Anfang 2014 auf 50 Prozent zurückgegangen ist.

Dass das Vertrauen zur Kanzlerin so stark zurückgegangen ist, hat Forsa zufolge drei Gründe: Die Anhänger der CSU haben nach dem langen Streit zwischen den Schwesterparteien weniger Vertrauen zu Angela Merkel als 2014; die AfD-Anhänger verspüren - anders als vor vier Jahren - geradezu Hass für die amtierende Kanzlerin; und vor allem empfinden sich die der SPD verbliebenen Anhänger derzeit eher als Opposition und sehen deshalb, anders als 2014 nach der Entscheidung der SPD für eine Große Koalition, die Kanzlerin als politische Gegnerin. Recht hoch ist das Vertrauen zur Kanzlerin bei den jungen Bundesbürgern, den 18- bis 29-Jährigen.

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Beim Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschen fällt auf, dass das Vertrauen in die politischen Institutionen im Osten durchweg geringer ist, wenn auch teilweise nur leicht. Lediglich in die Bundeskanzlerin haben mehr Ost- als Westdeutsche Vertrauen. Offenbar genießt Merkel trotz der hohen AfD-Sympathien in den östlichen Bundesländern noch immer einen "Ossi-Bonus".

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Schlüsselt man die Ergebnisse nach Altersgruppen auf, zeigt sich, dass die jüngeren, 18- bis 29-jährigen Bundesbürger, zu den meisten politischen Institutionen - vor allem zur Europäischen Union, aber auch zur Kanzlerin und zur politischen Vertretung in der Gemeinde - ein höheres Vertrauen haben als die anderen Altersgruppen. Die Altersgruppe der 45- bis 59-Jährigen hingegen hat zu allen politischen Institutionen ein geringeres Vertrauen als die anderen Altersgruppen.

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Vergleicht man das Vertrauen in die politischen Institutionen in den einzelnen Anhängergruppen der Parteien, dann zeigen sich recht extreme Unterschiede zwischen den Anhängern der "etablierten" Parteien auf der einen und den Anhängern der Parteien am linken und rechten Rand des Parteienspektrums. Zu allen politischen Institutionen haben die Anhänger der Linkspartei und vor allem der AfD ein deutlich geringeres Vertrauen als die Anhänger von Union, SPD, FDP und Grünen. Besonders ausgeprägt ist die Diskrepanz bei den politischen Institutionen auf Bundesebene sowie bei den AfD-Anhängern beim Vertrauen zur Europäischen Union.

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Forsa befragte 2307 Personen im Zeitraum vom 15. bis zum 20. Dezember 2017.

Quelle: n-tv.de

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