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Vor Gericht bekommen Verbraucher mit der Musterfeststellungsklage bessere Möglichkeiten.
Vor Gericht bekommen Verbraucher mit der Musterfeststellungsklage bessere Möglichkeiten.(Foto: dpa)
Donnerstag, 14. Juni 2018

Mehr Rechte für Verbraucher: Bundestag billigt Musterfeststellungsklage

In der Abgasaffäre stehen Verbraucher bisher in der juristischen Auseinandersetzung ziemlich allein da. Das soll sich ändern. Der Bundestag beschließt die Musterfeststellungsklage, mit der Verbände den Klageweg für Betroffene übernehmen können.

Verbraucher bekommen künftig neue Klagemöglichkeiten gegen Unternehmen. Diese gelten für Fälle mit vielen Betroffenen wie etwa bei der VW-Abgasaffäre. Der Bundestag beschloss dazu die Einführung der sogenannten Musterfeststellungsklage.

Verbraucher sollen damit einen Anspruch auf Schadenersatz durchsetzen können, ohne dass sie selbst einen Prozess gegen ein Unternehmen anstrengen müssen. Die Auseinandersetzung vor Gericht sollen Verbraucherschutzverbände übernehmen. Voraussetzung ist, dass eine gewisse Zahl von Menschen betroffen ist.

In einem ersten Schritt muss der klagende Verband die Fälle von zehn Betroffenen ausführlich aufarbeiten und auf dieser Basis eine Klage bei Gericht einreichen. In einem zweiten Schritt müssen sich innerhalb von zwei Monaten insgesamt 50 Betroffene bei einem Klageregister anmelden. Wird diese Schwelle nicht erreicht, ist keine Musterfeststellungsklage möglich.

Klagebefugt sollen nur bestimmte Verbraucherschutzverbände sein. Das Gesetz soll zum 1. November in Kraft treten, damit auch Betroffene des VW-Skandals das Instrument nutzen können, deren Schadenersatzansprüche Ende 2018 verjähren.

Verbraucherschützer sehen die geplante Einführung einer Musterfeststellungsklage als Meilenstein für Verbraucher. Zehn Jahre lang hätten die Verbraucherzentralen dafür gerungen und gekämpft, "heute wird Rechtsgeschichte geschrieben", sagte der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Klaus Müller.

Quelle: n-tv.de