Politik

Lockere Schrauben Bundeswehr-Flieger verloren Hunderte Teile

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Im Jahr 2009 wurden bei 46 Flügen über Deutschland Teile verloren.

(Foto: dpa)

Die Pannenstatistik der Bundeswehr ist um ein Kapitel reicher: Die Flugzeuge der Truppe sind offenbar nicht ordentlich verschraubt. Der "Verlust von Flugzeugteilen" ist laut Verteidigungsministerium "nicht außergewöhnlich".

In den vergangenen 20 Jahren haben Flugzeuge der Bundeswehr mehrere hundert Male Teile während Flügen über Deutschland verloren. Das geht aus einer Antwort des Bundesverteidigungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Insgesamt wurden seit dem Jahr 2000 insgesamt 537 Zwischenfälle im Flugbetrieb der Bundeswehr registriert, "bei denen es möglicherweise über dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zu einem Verlust von Luftfahrzeugteilen gekommen ist", heißt es.

Die meisten Vorfälle wurden im Zeitraum von 2006 bis 2015 gemeldet, als es jährlich zwischen 30 und mehr als 40 Male zum Verlust von Teilen während des Fluges kam. Im Jahr 2009 wurden die meisten Vorfälle registriert - 46 an der Zahl. Das laufende Kalenderjahr liegt mit bislang 24 Fällen im Mittelfeld. Im September hatte ein Bundeswehr-Kampfjet bei einem Übungsflug über Schleswig-Holstein zwei Treibstofftanks verloren.

"Der Verlust von Flugzeugteilen kommt in der Luftfahrt selten vor, ist aber nicht außergewöhnlich", heißt es im Schreiben des Bundesverteidigungsministeriums. Zumeist handele es sich dabei um Kleinstteile wie beispielsweise Schrauben.

Die Verteidigungsexpertin der Linksfraktion, Sevim Dagdelen, forderte, die Flüge der Bundeswehr zu reduzieren, um die Gefahr für die Bevölkerung zu vermindern. Die Bundesregierung rüste die Bundeswehr auf. Die damit "verbundene Steigerung der Aktivitäten der Bundeswehr führt nicht nur zu einem erhöhten Ressourcenverbrauch und klimaschädlichen Emissionen, sondern auch zu höheren Risiken zum Beispiel durch mehr Flüge von Kampfjets über dem Bundesgebiet", sagte Dagdelen. Auch Abrüstungsschritte seien dringend nötig.

Quelle: n-tv.de, mba