Politik

Über 4650 Menschen ausgeflogen Bundeswehr-Luftbrücke soll Freitag enden

2021-08-22T132852Z_1047124227_RC2T9P9UZWKE_RTRMADP_3_AFGHANISTAN-CONFLICT-GERMANY.JPG

Mit den 178 Passagieren an Bord einer A400M hat die Luftwaffe inzwischen mehr als 4650 Menschen aus Kabul ausgeflogen.

(Foto: via REUTERS)

Am 31. August wollen die USA ihre letzten Soldaten vom Flughafen in Kabul abziehen. Die Luftbrücke der Bundeswehr soll allerdings schon deutlich früher enden. Für die Zeit danach ist die Bundesregierung in "intensiven Gesprächen" mit den Taliban.

Nach der Ankündigung von US-Präsident Joe Biden, am Truppenabzug der amerikanischen Soldaten aus Afghanistan bis zum 31. August festhalten zu wollen, soll einem Medienbericht zufolge die Bundeswehr-Luftbrücke aus Kabul noch in dieser Woche enden. Die deutsche Luftbrücke werde nach gegenwärtiger Planung am Freitag eingestellt, berichtet das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" unter Berufung auf übereinstimmende Informationen aus Kreisen des Verteidigungsministeriums und des Auswärtigen Amtes. Demnach soll an dem Tag die letzte Maschine aus Kabul in die usbekische Hauptstadt Taschkent fliegen. Einzelheiten seien noch offen.

Die Bundeswehr hat mittlerweile mehr als 4650 Bundesbürger, Afghanen und Bürger anderer Staaten aus Kabul evakuiert. Am späten Dienstagabend landete ein Militärtransporter des Typs A400M mit 178 schutzbedürftigen Menschen an Bord in Taschkent, wie die Bundeswehr in der Nacht zu Mittwoch twitterte. "Damit wurden bisher insgesamt mehr als 4650 Menschen aus Afghanistan evakuiert", hieß es weiter. Von Taschkent aus geht es dann weiter nach Deutschland.

Derweil teilten die USA mit, vorerst an dem Plan festzuhalten, ihre Truppen bis zum 31. August aus Afghanistan abzuziehen. Der laufende internationale Militäreinsatz zur Evakuierung westlicher Staatsbürger, afghanischer Ortskräfte und anderer Schutzbedürftiger ist von der US-Truppenpräsenz abhängig. Bereits am Montag hatte ein Taliban-Vertreter die für den 31. August gesetzte Frist als "rote Linie" bezeichnet.

Die Bundesregierung bemüht sich allerdings auch nach Ende der laufenden Bundeswehr-Mission, Evakuierungen aus Afghanistan fortzusetzen. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sprach sich bereits für eine Evakuierungs-Vereinbarung mit den Taliban für die Zeit nach der laufenden Bundeswehr-Mission aus. Kanzlerin Angela Merkel betont, dass es "sehr intensive" Gespräche über den zivilen Weiterbetrieb des Flughafens gebe, damit auch nach dem Militäreinsatz Evakuierungen möglich seien.

Am Sonntag vergangener Woche hatten die militant-islamistischen Taliban die afghanische Hauptstadt erobert und wieder die Macht übernommen. Seitdem fürchten Oppositionelle, Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und auch Ortskräfte, die für westliche Staaten tätig waren, Racheaktionen an sich. Viele Bürger befürchten, dass die Extremisten wieder ein islamisches "Emirat" errichten wollen und dabei mit drakonischen Strafen gegen Andersdenkende vorgehen.

Quelle: ntv.de, mbo/rts/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen