Politik

970 Millionen Euro Bundeswehr bekommt Hercules-Transporter

84498578.jpg

Die Bundeswehr bekommt sechs Hercules-Maschinen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Vor mehr als 50 Jahren nahm die Bundeswehr Transall-Flugzeuge in Betrieb. Die sollen nun durch den neuen A400M ersetzt werden. Doch die Airbus-Maschine braucht vernünftige Pisten, die es in den Einsatzgebieten nicht immer gibt. Es braucht also eine Alternative.

Die Bundeswehr bekommt für knapp 970 Millionen Euro sechs Transportflugzeuge des Typs C-130 Hercules. Die Haushälter des Bundestags hätten grünes Licht für die Beschaffung der Maschinen des US-Herstellers Lockheed Martin gegeben, hieß es in Kreisen des Gremiums. Teil des Pakets seien auch Ersatzteile, die Wartung in den ersten drei Jahren sowie die Erstausbildung des technischen und fliegerischen Personals. Die C-130 sollen in Evreux in der Normandie stationiert werden, wo Frankreich bereits das gleiche Flugzeugmuster betreibt.

Das Verteidigungsministerium begründet die Beschaffung der Hercules-Maschinen damit, dass sie anders als der größere A400M auch auf kleineren Behelfspisten etwa im malischen Kidal landen könnten. Bisher verfügt die Bundeswehr für solche Fälle noch über die aus den 60er-Jahren stammende Transall. Sie soll nach bisheriger Planung jedoch 2021 ausgemustert werden, nachdem ihre Nutzungsdauer wegen Problemen bei der Produktion des A400M bereits verlängert worden war.

Ursprünglich sollte die Transall vollständig durch den A400M ersetzt werden. Die Bundeswehr hat bisher rund 20 von insgesamt 53 bestellten A400M erhalten.

Der Grünen-Haushälter Tobias Lindner begrüßte das gemeinsame Projekt mit Frankreich grundsätzlich und nannte den Bedarf der Bundeswehr für die C-130 nachvollziehbar. Er übte aber grundsätzliche Kritik an der Haushaltspolitik des Ministeriums. "Die Beschaffung ist überhaupt nur jetzt schon finanzierbar, weil Mittel im dreistelligen Millionenbereich im Beschaffungskapitel nicht wie geplant abfließen und so hierhin verschoben werden können", sagte er. "Diese Vorlage macht also auch deutlich, dass weiterhin Probleme bestehen, die die Ministerin zwingend angehen muss, um für einen erfolgreichen Projektverlauf zu sorgen."

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa

Mehr zum Thema