Politik

In Seenot vor der Küste Libyens Bundeswehr rettet mehr als 100 Flüchtlinge

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Die Flüchtlinge waren in ihrem hochseeuntauglichen Boot 30 Seemeilen und mehrere Stunden lang unterwegs.

(Foto: Issio Ehrich)

Die Hauptfluchtsaison ist eigentlich vorbei. Rund 30 Seemeilen vor der Küste Libyens stößt die deutsche Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern" trotzdem auf ein vollbeladenes Schlauchboot. An Bord ist auch ein neun Monate altes Kind.

Die deutsche Marine hat im Mittelmeer 124 Flüchtlinge aus Seenot gerettet. n-tv.de war mit einem Reporter vor Ort, als die Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern" die Männer und Frauen am späten Mittwochvormittag in einem Schlauchboot sichtete - rund 30 Seemeilen vor der Küste Libyens.

Unter den Geretteten waren 87 Männer, 16 teils schwangere Frauen und 21 Kinder und Jugendliche. Auch eine Mutter mit einem neun Monate alten Kind schaffte es an Bord der deutschen Fregatte.

Die Migranten waren eigenen Angaben zufolge in der Nacht in das Boot gestiegen. Sie waren also schon etliche Stunden auf See, bevor sie an Bord der "Mecklenburg-Vorpommern" kamen. Akute medizinische Notfälle gab es trotzdem nicht. In früheren Fällen verbrachten Menschen schon Tage in den kaum seetüchtigen Booten und waren völlig dehydriert, wenn sie an Bord eines Rettungsschiffes gingen.

Schon am frühen Nachmittag war die Rettungsaktion beendet. Ein Schiff der italienischen Küstenwache übernahm die Flüchtlinge, um sie auf italienisches Festland zu bringen.

Zuletzt sorgten der Einsatz der libyschen Küstenwache und von Kräften an Land dafür, dass sich weniger Flüchtlinge auf den Weg nach Europa machten. Eigentlich neigt sich auch die Hauptfluchtsaison dem Ende zu. Doch für die Jahreszeit ist das Wetter derzeit relativ gut und die See eher ruhig.

Über das Mittelmeer sind in diesem Jahr nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks rund 150.000 Migranten nach Europa gekommen. Mehr als 2700 gelten als tot oder vermisst. Die "Mecklenburg-Vorpommern" befindet sich im Rahmen der EU Mission "Operation Sophia" vor Ort. Sie soll vor allem gegen Schlepper vorgehen und eine Waffenembargo gegen Libyen durchsetzen. Seit dem Beginn des Einsatzes im Mai 2015 rettete die deutsche Marine aber auch weit mehr als 20.000 Migranten, zusammen mit anderen europäischen Schiffen sogar doppelt so viele.  

Quelle: n-tv.de