Politik

12.000 Soldaten bis Weihnachten Bundeswehr rüstet sich für Corona-Winter

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Bundeswehrsoldaten im Impfzentrum - das Bild aus dem Februar könnte sich im Dezember wiederholen.

(Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild)

Schon Winter 2020 und Frühjahr 2021 sind Tausende Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten im Corona-Einsatz. Im Winter 2021 werden sie offenbar wieder gebraucht, um Krankenhäuser und Gesundheitsämter zu unterstützen. Die Pläne dafür liegen bereits im Verteidigungsministerium.

Derzeit verzeichnet das RKI fast tägliche neue Höchststände an Corona-Fällen. Um Gesundheitsämter und Krankenhäuser zu unterstützen, soll nun verstärkt wieder die Bundeswehr zum Einsatz kommen. Der zuständige Generalleutnant Martin Schelleis will dazu möglichst schnell bis zu 12.000 Soldaten und Soldatinnen mobilisieren, berichtet der "Spiegel". Die uniformierten Helfer sollen auch bei den Boosterimpfungen und der Ausweitung von Schnelltests vor Pflegeheimen und Hospitälern helfen.

Eine entsprechende Vorlage habe Schelleis am Freitag ans Verteidigungsministerium geschickt. Schelleis führt seit Beginn der Pandemie als Inspekteur der Streitkräftebasis den Corona-Hilfseinsatz der Bundeswehr. Ebenfalls am Freitag hatte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums mitgeteilt, dass man eine wachsende Anfrage auf Amtshilfe verzeichne. Derzeit unterstützt die Bundeswehr die Pandemie-Maßnahmen mit 650 Soldaten und Soldatinnen.

Bis Ende November sollen es der Vorlage zufolge schon 6000 sein, die dann bis Weihnachten auf gut 12.000 aufgestockt werden sollen. Aus dem Ministerium heißt es dem Nachrichtenmagazin zufolge zu der Forderung, die Bundeswehr stehe für alle notwendigen Hilfsleistungen bereit. Um die Hilfe abzustimmen, soll die geschäftsführende Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am kommenden Donnerstag auch an der Krisenrunde von Kanzlerin Merkel mit den Ländern teilnehmen.

Keine Impfpflicht bei der Truppe

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In einem Tagesbefehl hatte Schelleis die Truppe in der vergangenen Woche bereits auf einen "schweren Winter" eingestimmt und jeden Einzelnen gebeten, sich endlich impfen zu lassen oder den persönlichen Schutz durch eine Boosterimpfung zu stärken. Zwar sind gut 75 Prozent aller Bundeswehr-Angehörigen geimpft, die Mediziner wünschen sich aber eine höhere Impfquote. Aktuell gibt es knapp 800 Coronainfizierte bei der Truppe.

Bislang hat die Bundeswehr nur für die diversen Auslandseinsätze eine Impfpflicht angeordnet, im Inland konnte sich die Militärführung damit nicht gegen den Widerstand der Personalvertretungen durchsetzen. Die Bundeswehr hatte auch in früheren kritischen Pandemie-Phasen ausgeholfen, weil die Gesundheitsämter von einer Welle an Neuinfektionen überrollt worden waren. Im Winter 2020 und Frühjahr 2021 waren jeweils mehr als 10.000 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz.

Quelle: ntv.de, sba

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