"Möglichst nahe am Kriegsbild"Bundeswehr will mithilfe der Ukraine kampferfahrener werden

In vier Jahren Krieg hat die Ukraine viel Kampferfahrung gesammelt, von der Deutschland profitieren will. Heeresinspekteur Freuding plädiert für eine gemeinsame Ausbildung mit ukrainischen Ausbildern und deutschen Soldaten. Er kündigt weitere Optimierungen für die Bundeswehr an.
Die Bundeswehr will den Einsatz kampferfahrener ukrainischer Ausbilder in Deutschland ausweiten. Ziel sei es, "ukrainische Soldaten mit praktischer Kriegserfahrung mit unseren Ausbildern zusammenzubringen", sagte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, der "Welt am Sonntag". "Sie sollen gemeinsam im Gelände Taktiken ausprobieren, lehren und Kompetenzen vermitteln, möglichst nahe am tatsächlichen Kriegsbild."
Der Heeresinspekteur kündigte an, die Strukturen der Bundeswehr stärker an die Realität moderner Kriegsführung mit unbemannten Systemen anzupassen. "Das bedeutet: Die Panzertruppe wird künftig mit unbemannten Systemen kämpfen - zu Lande und in der Luft, ebenso die Panzergrenadiertruppe", sagte Freuding. Die Bundeswehr wolle solche Systeme wie Drohnen "mehr denn je in der Aufklärungstruppe einsetzen, zu logistischen Zwecken und um Verwundete zu bergen".
Eingesetzt worden seien die kampferfahrenen ukrainischen Ausbilder bislang an der Panzertruppenschule und an der Pionierschule, sagte der General. "In diesen Tagen kommen sie an die Artillerieschule, und das wollen wir noch stärker in die Breite des Heeres tragen."