"Luft zum Atmen"Burnham senkt Preisgrenze für Bustickets in England

Großbritanniens neuer Premier ist seit wenigen Tagen im Amt und stellt bereits seine zweite Maßnahme vor. Sein Versprechen: das Leben wieder bezahlbarer machen - diesmal beim Busverkehr. Für geringere Preise kürzt Burnham bei einem anderen wichtigen Thema.
Großbritanniens neuer Premier Andy Burnham hat als zweite Maßnahme seiner Lebenshaltungskosten-Agenda eine Obergrenze für Busticketpreise angekündigt. Einfache Fahrten in ganz England sollen demnach von Januar 2027 an nicht mehr als 2 Pfund (2,35 Euro) kosten. Bisher lag die Preisobergrenze bei 3 Pfund (3,52 Euro). Für die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland gelten eigene Regeln. Finanziert werden soll die Maßnahme durch Kürzungen bei Investitionen in internationale Klimaschutzprojekte.
"Gute, bezahlbare Verkehrsverbindungen gehören zum Grundbedarf. Niemand sollte aus Kostengründen davon ausgeschlossen und abgehängt werden", sagte Burnham. Der Politiker der sozialdemokratischen Labour-Partei wurde am Montag von König Charles III. zum neuen Regierungschef ernannt. Er hat versprochen, den Menschen in der Krise der Lebenshaltungskosten mehr "Luft zum Atmen" zu verschaffen.
Seine erste Ankündigung war die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Energierechnungen für Privathaushalte ab Oktober. Finanziert werden soll das mit dem Verzicht auf die von Burnhams Vorgänger Keir Starmer geplante Einführung eines digitalen Personalausweises. Von Andeutungen Burnhams, er könne auch den allgemeinen Steuerfreibetrag anheben, der derzeit bei 12.500 Pfund (etwa 14.700 Euro) liegt, distanzierten sich Vertraute laut britischen Medien jedoch wieder.
Der Steuerfreibetrag sowie die Schwellenbeträge im progressiven britischen Einkommensteuersystem sind seit 2021 eingefroren. Sie sollen erst im Jahr 2031 wieder steigen. Dadurch wächst die Steuerlast der Menschen seit Jahren schleichend. Trotzdem ist der finanzielle Spielraum der britischen Regierung aufgrund massiver Staatsverschuldung stark eingeschränkt.