Politik

Keine Masken, keine Connection CDU-Abgeordneter Hauptmann legt Mandat nieder

Der thüringische CDU-Politiker Mark Hauptmann legt sein Bundestagsmandat nieder und begründet dies mit "Anfeindungen und Verdächtigungen". Hintergrund sind Vorwürfe, Hauptmann habe dubiose Kontakte nach Aserbaidschan unterhalten. Die Anschuldigungen weist Hauptmann zurück.

Einen Tag nach Bekanntwerden einer möglicherweise anrüchigen Verbindung nach Aserbaidschan hat der Thüringer CDU-Politiker Mark Hauptmann sein Mandat niedergelegt. "Ich möchte damit einen grundsätzlichen und konsequenten Schlussstrich ziehen", sagte der 36-Jährige der "Welt" in einem Interview. "Die Anfeindungen gegenüber meiner Person sind zu groß geworden."

Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet, die aserbaidschanische Botschaft in Berlin habe eine Anzeige in Hauptmanns Wahlkreis-Zeitung bezahlt. Der Artikel legt nahe, Hauptmann gehöre wie der CDU-Politiker Axel Fischer und die CDU-Abgeordnete Karin Strenz zu einer Aserbaidschan-Connection in der CDU.

Hauptmann weist dies zurück. Auf die Frage, ob es eine "CDU-Aserbaidschan-Connection" gebe, antwortet er "Nein!".

Laut "Spiegel" hatte Hauptmann bestätigt, dass aserbaidschanische Stellen 16.744 Euro für die Anzeige gezahlt hätten. Der "Welt" sagte der CDU-Politiker, die genannte Anzeige habe 1720 Euro gekostet. In seiner Wahlkreis-Zeitung erschienen auch Anzeigen aus Taiwan und Vietnam. "Natürlich kann man darüber streiten, ob das Schalten von diesen Anzeigen politisch klug gewesen ist", so Hauptmann dazu. "Meine politischen Entscheidungen haben diese Anzeigen jedoch zu keinem Zeitpunkt beeinflusst. Darauf lege ich besonderen Wert."

Rücktritt "aus Schutz für meine Familie"

Mit ähnlichen Worten wird Hauptmann bereits im "Spiegel" zitiert. Er habe "nie die Interessen Aserbaidschans, Vietnams oder Taiwans vertreten". Dort wird zudem beschrieben, dass der Abgeordnete sich positiv über Aserbaidschan äußerte - ein Land, das reich an Öl und arm an Demokratie ist. Seit seiner Gründung wird Aserbaidschan von der Familie Alijew regiert; erst vom Vater, seit 2003 von dessen Sohn.

Auf die Frage, ob er - von den Anzeigen abgesehen - weiteres Geld aus Aserbaidschan bekommen habe, sagt Hauptmann der "Welt", er weise diese Vorwürfe entschieden zurück. "Es war meine politische Aufgabe, mich auch um das Thema Außenwirtschaft zu kümmern. Deutschland ist eine Exportnation. Wir werden unseren Wohlstand nur halten können, wenn wir international vernetzt unsere Wirtschaftsinteressen vertreten."

Bei der Vermittlung von Masken habe er geholfen, dafür aber keine Provision kassiert. Im April 2020 habe er geholfen, einen Kontakt zwischen einer Firma aus Frankfurt am Main und den Krisenstäben in zwei Landkreisen seines Wahlkreises herzustellen. "Ich war weder an der Abwicklung beteiligt, noch habe ich eine Provision dafür bekommen."

Sein Mandat lege er nieder, weil die "jüngsten Anfeindungen und Verdächtigungen" seine Verlobte, seine Familie und ihn selbst belastet hätten. "Im politischen Alltag müssen Politikerinnen und Politiker oftmals auch mit heftiger Kritik umgehen. Allerdings hat dies jüngst ein Ausmaß erreicht, was mir aus Schutz für meine Familie keine andere Wahl lässt, als mein Mandat niederzulegen."

Quelle: ntv.de, hvo

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