Politik

Recht auf Eltern- und Pflegezeit CDU-Führung will mit weiterer Reform Frauen anlocken

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Der NRW-Landesvorsitzende der CDU, Hendrik Wüst, schiebt einen Kinderwagen: Profitieren könnten von den Neuerungen natürlich auch männliche CDUler, die sich für eine Elternzeit entscheiden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die CDU steht seit Jahrzehnten unter Druck, was den niedrigen Frauenanteil in ihren Reihen angeht. Nach dem Vorstoß zu einer Frauenquote will die Parteiführung ein Recht auf eine "politische Eltern- und Pflegezeit" in Parteiämtern schaffen, sowie eines, das die Anwesenheit bei Sitzungen berührt.

Die CDU will durch Reformen mehr Frauen und Eltern für die Parteiarbeit begeistern. Der Bundesvorstand beschloss, beim Parteitag im September einen Antrag einzubringen, um ein "Recht auf eine politische Eltern- und Pflegezeit" zu schaffen, wie CDU-Generalsekretär Mario Czaja sagte. "Wir wollen, dass man sein Amt für bis zu einem Jahr ruhen lassen kann, wenn man Verantwortung für Kinder oder die Pflege übernommen hat."

Ziel sei die Öffnung für neue Mitglieder und die Anpassung an eine "neue Zeit", sagte Czaja. Dazu gehöre auch ein "Recht auf hybride Sitzungen ab der Kreisverbandsebene" sowie "feste Anfangs- und Endzeiten". Dies sei "für die Planbarkeit von Ehrenamt, aber auch für die Planbarkeit von Familie und Beruf wichtig".

Der Parteitag am 9. und 10. September soll sich auch mit der schon seit Jahren diskutierten Einführung einer Frauenquote befassen. CDU-Chef Friedrich Merz hatte im Juni vorgeschlagen, bis 2025 schrittweise eine 50-prozentige Frauenquote für Parteivorstände ab der Kreisebene einzuführen. Sie soll dann auf fünf Jahre befristet sein.

Die Partei ist tendenziell alt und männlich

Die Frauenquote ist in der CDU seit Jahren umstritten. Eine schrittweise Quote bis 2025 war eigentlich schon im Jahr 2020 auf Druck der damaligen CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer durch die Führungsspitze der Partei beschlossen worden. Der Antrag wurde dann aber wegen der Corona-Pandemie nie einem Bundesparteitag zur Abstimmung vorgelegt.

Der Frauenanteil in der CDU hat sich seit den 1990er Jahren kaum verändert. Im Bundestag kommt die Union derzeit auf einen Frauenanteil von 23,5 Prozent, bei den Parteimitgliedern sind es 26,6 Prozent. Auch die Altersstruktur gilt als Problem: Bei den Mitgliedern liegt das Durchschnittsalter bei 60,8 Jahren.

Quelle: ntv.de, mpe/AFP

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