Politik

Polizeischutz verstärkt CDU-Landeschef Mohring wird bedroht

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Mohring will sich von der Drohung nicht einschüchtern lassen.

(Foto: imago images/Karina Hessland)

Thüringens CDU-Spitzenkandidat Mohring wird bedroht. Der Absender bezieht sich offenbar auf die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke vor knapp drei Monaten. Die Behörden sind alarmiert.

Thüringens CDU-Parteichef und Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Mike Mohring, hat eine Morddrohung erhalten. Ein Parteisprecher sagte, es seien  "widerliche Morddrohungen" und Beleidigungen, die zeigten, "wo Hass unser Land hinführt". CDU-Generalsekretär Raymond Walk sagte, diese Drohung habe eine neue Qualität, die CDU nehme sie sehr ernst. "Mike Mohring hat sich dazu entschieden, weiter zu machen wie bisher", sagte Walk weiter. Er lasse sich nicht einschüchtern. Laut Walk wurden Schutzmaßnahmen der Polizei für den Politiker verstärkt. 

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, war die Drohung per Postkarte beim CDU-Kreisverband Jena eingegangen. Der Absender nehme indirekt Bezug auf den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. In dem Drohschreiben heißt es demnach, Mohring sei die Nummer zwei, die demnächst einen "Kopfschuss" erhalte. 

Der CDU-Politiker Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni auf seinem Grundstück im nordhessischen Wolfhagen-Istha aus nächster Nähe erschossen worden. Die Ermittler gehen von einem rechtsextremen Hintergrund der Tat aus. Tatverdächtig ist Stephan E., ein den Behörden seit Jahren bekannter Rechtsextremist. Ein zunächst abgelegtes Geständnis widerrief er später. Gegen Stephan E. wird inzwischen auch wegen des Anfangsverdachts eines versuchten Mordes an einem Iraker ermittelt.

Nach einem Bericht der antifaschistischen Rechercheplattform Exif sollen Stephan E. sowie sein wegen Beihilfe zum Mord in Haft sitzender mutmaßlicher Komplize Markus H. am 1. September 2018 an einer Demonstration in Chemnitz teilgenommen haben. Dabei sollen auch führende AfD-Politiker wie Thüringens Landeschef Björn Höcke, Pegida, die rechte Gruppierung Pro Chemnitz und weitere rechtsextreme Gruppen mitmarschiert sein. Die Plattform veröffentlichte im Internet ein Foto der beiden Rechtsextremen.

In Thüringen wird am 27. Oktober ein neuer Landtag gewählt. In Umfragen rangiert die CDU auf Platz zwei hinter der mit SPD und Grünen regierenden Linken. Für den Freistaat deuten sich komplizierte und langwierige Koalitionsverhandlungen an. Derzeit muss Rot-Rot-Grün um eine eigene neue Mehrheit bangen.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/dpa