Politik

"Die Frage ist noch offen" CDU-Vorsitz: Röttgen glaubt an sich

Die Corona-Krise beeinflusst auch das Rennen um den CDU-Vorsitz. So bietet sich dem Bewerber Röttgen kaum eine Gelegenheit, sich zu präsentieren. Bei "Klamroths Konter" sagt er, warum er dennoch an seine Chance glaubt.

Im Rennen um den CDU-Vorsitz rechnet sich der Bewerber Norbert Röttgen weiter Chancen aus. "In der Krise hat sich nicht gezeigt, dass es den einen gibt, der führen kann", sagte er in der ntv-Sendung "Klamroths Konter". Einzelne hätten in den vergangenen Monaten die Chance gehabt, die Frage zu entscheiden, es aber nicht getan, sagte der frühere Bundesumweltminister in Anspielung auf seinen Konkurrenten Armin Laschet, den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen. "Es dauert noch Monate, die Frage ist noch offen", sagte der 54-Jährige.

Ganz anders äußerte er sich über den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Ihm traue er zu, Bundeskanzler zu werden. "Ich glaube, dass er das Amt könnte", sagte Röttgen. Söder habe in den vergangenen Monaten einen "enormen Vertrauenszuwachs" erfahren. Ob Söder auch Kanzlerkandidat würde, sollte Röttgen CDU-Chef werden, ließ er aber offen. Klar sei einerseits, dass mit dem CDU-Vorsitz der Anspruch verbunden sei, Bundeskanzler werden zu wollen. "Man kann nicht sagen, ich will nur Vorsitzender werden", stellte er klar. Andererseits müssten sich CDU und CSU immer auf einen Kandidaten einigen.

Die Forderung seines zweiten Konkurrenten Friedrich Merz, nun in der Krise Sozialleistungen auf den Prüfstand zu stellen, lehnte Röttgen offen ab. "Dass man jetzt mit der Schrotflinte sagt, jetzt wird alles infrage gestellt, wird nicht passieren und ich kann auch keinen Sinn darin entdecken", so der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages. Schließlich werde derzeit vielen Menschen viel zugemutet. Weder Kurzarbeiter- noch Arbeitslosengeld seien ein hundertprozentiger Lohnersatz.

Röttgen sagte, er kandidiere, weil keiner derjenigen, die im Gespräch gewesen seien, seine Anliegen so vertreten habe, wie er das für richtig halte. Eine Kandidatin für das Amt des Generalsekretärs wollte Röttgen auf Nachfrage nicht nennen. Er bekräftigte aber, dass es eine Frau sein solle. Für die Bundeskanzlerin Angela Merkel fand Röttgen nur positive Worte. Er lobte ihr Management in der Corona-Krise, verteidigte den gemeinsam mit Frankreich beschlossenen Rettungsfonds über 500 Milliarden Euro wie auch die Milliardenhilfen für die Lufthansa. Dass sie ihn 2012 als Umweltminister entlassen habe, kümmere ihn nicht mehr, sagte Röttgen.

Quelle: ntv.de, vpe