Politik

Neue Wege zur Kanzlerkandidatur CDU und SPD erwägen Mitgliederentscheide

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CDU und SPD scheinen Gefallen an Mitgliederentscheiden gefunden zu haben.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Die Abstimmung über den Parteivorsitz hat der CDU gut getan, findet auch SPD-Mann Martin Schulz. Er rät seiner Partei, die Mitglieder den Kanzlerkandidaten wählen zu lassen. Bei der CDU spielt man mit ähnlichen Gedanken.

Der frühere SPD-Vorsitzende Martin Schulz hat für eine Urwahl des SPD-Kanzlerkandidaten vor der kommenden Bundestagswahl geworben. "Wenn Personen mit ihren Programmvorstellungen im Wettbewerb antreten, dann wird es richtig spannend", sagte der vergangenes Jahr unterlegene Kanzlerkandidat den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Wir in der SPD sollten deshalb nicht verzagt sein und spätestens zur nächsten Bundestagswahl in einer Urwahl den Spitzenkandidaten bestimmen." Eine Urwahl würde die SPD stärken und "inhaltlich beleben".

Wieder was gelernt

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Der Auswahlprozess um die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel an der CDU-Spitze sei ein gelungenes Beispiel: "Die CDU ist einen sichtbar neuen Weg gegangen. Das war innovativ, spannend und demokratiefördernd", sagte Schulz. "Die Vorwahlen haben Interesse an der politischen Debatte geweckt."

Für mehrere mögliche Kandidaten

Sorgen um mögliche negative Effekte eines solchen Entscheides mache er sich nicht, sagte der frühere Präsident des Europaparlaments. Schon die Mitgliedervoten zu einer möglichen Regierungsbeteiligung hätten der SPD gut getan.

Auch in der CDU wird ein Mitgliederentscheid zur Kanzlerkandidatur erwogen. EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger von der CDU habe "völlig Recht, wenn er Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer als mögliche Nachfolger von Angela Merkel ins Gespräch bringt", sagte der baden-württembergische CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Fischer der Deutschen Presse-Agentur. "Die Frage der nächsten Kanzlerkandidatur wird zu gegebener Zeit durch die Partei entschieden - gegebenenfalls auch durch einen Mitgliederentscheid", ergänzte Fischer, der seit 20 Jahren Bundestagsabgeordneter ist. "Für die CDU als selbstbewusste Volkspartei mit christlich-sozialem, wertkonservativem und wirtschaftsliberalem Profil ist es gut, mehrere mögliche Kanzlerkandidaten zu haben."

Quelle: n-tv.de, ame/AFP/dpa