Politik

Nicht "mit solchen Leuten" CDU will keine AfD-Abgänger aufnehmen

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Der Parteitag in Essen war für Lucke und seinen Flügel ein Desaster.

(Foto: dpa)

Zu Hunderten strömen die Mitglieder der AfD aus ihrer Partei. Doch wohin dann? Die CDU stellt schon einmal klar: Sie will mit den ehemaligen AfD-Leuten nichts zu tun haben.

Nach dem Sturz von Bernd Lucke, dem früheren Vorsitzenden der Alternative für Deutschland (AfD), will die CDU keine enttäuschten Mitglieder der Partei aufnehmen. "Nach diesem Parteitag glaubt doch niemand ernsthaft, dass es mit solchen Leuten irgendeine Zusammenarbeit geben kann", sagte CDU-Generalsekretär Peter Tauber dem "Spiegel". Wer bei der AfD mitmache, der könne kein Christdemokrat sein.

Auf einem AfD-Parteitag vor einer Woche hatte sich Luckes Rivalin Frauke Petry in einer Kampfabstimmung um den Parteivorsitz durchgesetzt. Petry vertritt den nationalkonservativen Flügel der Partei. Lucke, der den eurokritischen und wirtschaftsliberalen Flügel anführte, hat inzwischen seinen Austritt aus der Partei erklärt - wie etwa rund 2000 andere Mitglieder.

Lucke sagte der "Bild"-Zeitung, Deutschland brauche angesichts der andauernden Schuldenkrise Griechenlands eine neue eurokritische Partei. "Wir brauchen eine Partei, die mit Griechenland endlich mal klaren Tisch macht." Die Bundesregierung gebe gegenüber Athen "mal wieder nach wie Kaugummi", kritisierte er. Eine eigene Neugründung mit Mitgliedern seines Vereins Weckruf 2015 schloss Lucke nicht aus.

Auch der frühere AfD-Politiker und EU-Parlamentarier Hans-Olaf Henkel nährte Spekulationen um eine neue Parteigründung. "Im Augenblick sieht es danach aus, dass zwischen einer jetzt scharf nach rechts abbiegenden AfD und einer schon länger nach links abgedrifteten CDU sehr viel Platz für eine neue Partei wäre", sagte der frühere Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) der "Passauer Neuen Presse".

Quelle: ntv.de, ghö/AFP