Politik

Söder erklärt Grüne zum Vorbild CSU verharrt auf ihrem Europa-Tief

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Der Segen hing bei der CSU schon 2017 schief.

(Foto: picture alliance / Armin Weigel/)

In Bayern erobert die CSU viele Jahrzehnte bei Wahlen die absolute Mehrheit. Diese Zeiten scheinen endgültig vorbei: Bei der Europawahl strafen die Wähler die Christsozialen erneut ab. Stattdessen fahren die Grünen auch im Freistaat ein Rekordergebnis ein.

Die CSU hat es bei der Europawahl in Bayern ganz knapp über die symbolisch wichtige 40-Prozent-Marke geschafft. Nach Auszählung von 95 der 96 Kreise liegt die Partei des konservativen Spitzenkandidaten Manfred Weber bei 40,7 Prozent der Stimmen. Bei der Europawahl 2014 hatte die Partei 40,5 Prozent der Stimmen geholt. Vor zehn Jahren waren es noch 48,1 Prozent.

Für die CSU ist das Ergebnis trotzdem ein leichter Aufwärtstrend: Bei der Bundestagswahl war die Partei 2018 in Bayern auf 38,8 Prozent der Stimmen gekommen. Wenige Wochen später schnitt sie bei den bayerischen Landtagswahlen mit 37,2 Prozent ebenfalls historisch schlecht ab. CSU-Chef und Ministerpräsident Markus Söder nannte das Europa-Ergebnis deshalb trotzdem eine "Stück weit positive Trendumkehr".

Vergleichen mit den anderen Parteien bleibt die CSU im Freistaat die mit Abstand stärkste Kraft: Die Grünen kommen als zweitbeste Partei auf ein Rekordergebnis von 19,1 Prozent (2014: 12,1 Prozent). Die SPD stürzt auf 9,3 Prozent (2014: 20,1) ab. Die AfD steht bei 8,3 Prozent (2014: 8,1). Die Freien Wählern kommen auf 5,3 Prozent.

Söder will "cooler" werden

Als Reaktion auf das schlechte Abschneiden von Union und SPD fordert Söder ein strategisches Umdenken ein. "Die große Herausforderung der Zukunft ist die intensive Auseinandersetzung mit den Grünen", sagte er im Bayerischen Fernsehen. "Alte Maßstäbe, wie wir sie bislang hatten, gelten nicht mehr."

Die SPD erwähnte der CSU-Chef in seiner Stellungnahme nicht. Söder ermahnte die CDU außerdem, "wieder jünger, cooler, offener zu werden. Wir müssen mit den Themen und der Kommunikation so agieren, dass wir nicht von gestern wirken."

Ähnlich äußerte sich auch der CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Alexander Dobrindt. "Man sieht sehr deutlich jetzt auch bei den Umfragen zur Wahl, dass das Thema Klimaschutz eine ganz, ganz große Rolle gespielt hat", sagte er bei n-tv. "Da müssen wir auch stärker werden, diese Themen besser kommunizieren, stärker auch besetzen, wenn man da mehr Zustimmung haben will."

Bei der Europawahl waren 10,2 Millionen Menschen in Bayern wahlberechtigt. Damit weist der Freistaat nach Nordrhein-Westfalen die zweimeisten Wahlberechtigten in Deutschland auf.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa/AFP