Politik

Regierungschefin ohne Bankkonto Carrie Lam bunkert "haufenweise Bargeld"

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Bei einem Jahreseinkommen von über einer halben Million Euro reicht ein einfaches Sparschwein vermutlich nicht aus.

(Foto: AP)

Es klingt kurios: Die Hongkonger Regierungschefin bekommt ihr üppiges Gehalt in bar ausgezahlt. Denn aufgrund von US-Sanktionen ist das Vermögen von Carrie Lam bis auf Weiteres eingefroren. Das sorgt in den Sozialen Netzwerken nicht nur für Mitgefühl.

Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam hat wegen der von den USA gegen sie verhängten Sanktionen kein Bankkonto mehr und bunkert ihr Bargeld deshalb zu Hause. Sie habe "haufenweise Bargeld" im Haus, sagte Lam in einem Interview mit dem TV-Sender HKIBC. Die Regierungschefin der Finanzmetropole war zusammen mit 14 weiteren hochrangigen Beamten der Stadt Ziel von US-Maßnahmen gewesen, nachdem Peking Ende Juni ein sogenanntes Sicherheitsgesetz für die Sonderverwaltungszone verabschiedete.

Mit dem Schritt Washingtons wurden die US-Vermögenswerte der 15 Beamten eingefroren, zudem werden alle finanziellen Transaktionen in den USA als Straftat angesehen. Lam benutzt nach eigenen Angaben nun "jeden Tag Bargeld für alle Dinge". "Vor Ihnen sitzt eine Regierungschefin der Sonderverwaltungszone Hongkong, der kein Bankdienst zur Verfügung steht", sagte Lam. Ihr Gehalt werde ihr in bar ausgezahlt.

Mit einem Jahreseinkommen von 5,21 Millionen Hongkong-Dollar (knapp 562.000 Euro) ist Lam eine der bestbezahlten Politikerinnen der Welt. Lams Äußerungen lösten hämische Reaktionen in Onlinenetzwerken aus: Nutzer posteten Fotos von Münzen in ihren Sparschweinen zu Hause, um einen Kontrast zu Lams Reichtum zu schaffen. Andere stellten die Frage, wie wohl ihr hohes Gehalt in bar zu ihrem Wohnort transportiert wird.

Quelle: ntv.de, mdi/AFP