Politik

Nur zwei Wochen nach Wahl Chef der Jungen Alternative tritt aus AfD aus

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Marvin Neumann hatte sich mehrmals rassistisch auf Twitter geäußert.

(Foto: imago images/Hartenfelser)

Der frisch gewählte Co-Vorsitzende der Jungen Alternative, Marvin Neumann, verlässt die AfD. Den Grund dafür nennt er nicht. Allerdings gab es zuvor großen internen Druck: Nach rassistischen Äußerungen Neumanns soll mit seinem Rücktritt offenbar Schaden von der Partei abgewendet werden.

Zwei Wochen nach seiner Wahl ist der Co-Vorsitzende der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative (JA), Marvin Neumann, auf Druck des AfD-Bundesvorstands aus der Partei ausgetreten. Ein AfD-Sprecher bestätigte den Parteiaustritt. Neumann habe seinen Austritt nicht begründet.

Neumann war wegen rassistischer Äußerungen in die Kritik geraten. Er hatte unter anderem im vergangenen Dezember getwittert, Schwarze könnten nicht Deutsche oder Europäer sein, wie aus einer Auflistung der Arbeitsgruppe Verfassungsschutz in der AfD hervorgeht. In dem Tweet schrieb er: "Es gibt keine 'Schwarze(n) Deutsche(n) und Europäer'. Sie sind bestenfalls Teil der Gesellschaft und besitzen bestimmte Staatsbürgerschaften, aber sie sind nicht Teil einer tradierten authentischen 'europäische(n) Identität'".

Den AfD-Unterlagen zufolge verfasste er zudem am 30. März 2021 diesen Eintrag: "Wenn die europäische Zivilisation sich nicht selbst zerstören will, nur um die Komplexe einer degenerierten Oberschicht in den Medienhäusern, Universitäten und Konzernen zu befrieden, muss früher oder später auch mal in aller Schärfe gesagt werden: 'Weiße Vorherrschaft' ist okay."

"Schwerer Schaden für die Partei"

Der aus Brandenburg stammende Neumann hatte die Führung der JA am 18. April gemeinsam mit Carlo Clemens übernommen. Die AfD-Jugendorganisation wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz als Verdachtsfall für extremistische Bestrebungen eingestuft.

Die parteiinterne Arbeitsgruppe Verfassungsschutz hatte dem AfD-Bundesvorstand geraten, Neumann offiziell zum Rücktritt vom Amt des JA-Vorsitzenden aufzufordern, wie aus einem der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Schreiben der Arbeitsgruppe an den Bundesvorstand hervorgeht. Darin wird die "vorsorgliche Einleitung" eines Parteiausschlussverfahrens sowie der "sofortige Entzug der Mitgliedsrechte" empfohlen. Mit seinem Parteiaustritt kam Neumann diesen Schritten offenbar zuvor.

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In dem Schreiben der Arbeitsgruppe wird auf den "schweren Schaden für die Partei" durch die Äußerungen Neumanns hingewiesen. Dies sei "Wasser auf die Mühlen" des Verfassungsschutzes.

Die AfD hatte Anfang März einen Teilerfolg mit Blick auf eine mögliche Beobachtung der Gesamtpartei durch den Verfassungsschutz erzielt. Dieser darf die Partei laut Verwaltungsgericht Köln vorerst nicht als rechtsextremen Verdachtsfall einordnen oder so behandeln. Der Beschluss gilt, bis das Gericht über einen entsprechenden Eilantrag der Partei entscheidet.

Quelle: ntv.de, vmi/AFP

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