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Im Schlaf überrascht Chef des Miri-Clans abgeschoben

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2014 war Ibrahim Miri wegen bandenmäßigen Drogenhandels verurteilt worden.

(Foto: dpa)

Seit 13 Jahren schon ist der Chef des Bremer Miri-Clans ausreisepflichtig. In einer monatelang geplanten Operation nehmen bewaffnete Spezialkräfte den 46-Jährigen nun fest und schieben ihn in den Libanon ab.

Im Kampf gegen die organisierte Kriminalität in Deutschland haben Bremer und Berliner Behörden den Kopf des Miri-Clans abgeschoben. Das berichten die "Bild"-Zeitung und die "Berliner Zeitung". "Die besagte Person war ausreisepflichtig und wurde abgeschoben", sagte eine Sprecherin der Innenbehörde der "Berliner Zeitung". Der libanesische Miri-Clan ist vor allem in Bremen ansässig, hat aber auch Schwerpunkte in Essen und Berlin. Er weist mafiöse Strukturen auf, Familienmitglieder betreiben unter anderem Schutzgelderpressungen, Drogen- und Waffenhandel oder sind im Rotlichtmilieu aktiv.

Laut "Bild"-Zeitung wurde Ibrahim Miri, der den Clan führt, um 3.40 Uhr von schwer bewaffneten Spezialkräften in seiner Bremer Unterkunft aus dem Schlaf geholt. Demnach umstellten Elitepolizisten sein Bett, weckten den 46-Jährigen und teilten ihm mit, dass er unverzüglich aus Deutschland ausreisen müsse - in Polizeikreisen sei die Aktion "Störung der Nachtruhe des Herrn Miri" genannt worden. Miri soll bereits seit 13 Jahren ausreisepflichtig sein.

Dem Medienbericht zufolge wurde Miri anschließend mit einem Hubschrauber von Bremen zum Berliner Flughafen Schönefeld gebracht und von dort gegen 6.20 Uhr mit einer Maschine in die libanesische Hauptstadt Beirut geflogen. Dort nahmen die Behörden den libanesischen Staatsbürger vier Stunden später in Empfang. Zuvor soll die Operation monatelang geplant worden sein.

Ibrahim Miri war 2014 zu sechs Jahren Haft wegen bandenmäßigen Drogenhandels verurteilt worden, bereits ab 2017 durfte er jedoch erste Freigänge unternehmen. Der von ihm geführte Miri-Clan soll im Stammsitz Bremen etwa 2500 Familienmitglieder erfassen, er befindet sich seit den 1980er-Jahren in Deutschland. Ibrahim Miri ist zudem Chef des verbotenen Rockerclubs Mongols MC Bremen - den Erzfeinden der Hells Angels.

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Quelle: n-tv.de, ftü

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