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Gegendemos zu #wirsindmehr Chemnitz untersagt rechte Kundgebungen

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Zu dem Konzert "#wirsindmehr" werden in Chemnitz mehrere Tausend Besucher erwartet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Als Gegenveranstaltung zum Open-Air-Konzert #wirsindmehr wollen sich die islam- und ausländerfeindliche Thügida-Bewegung und Pro Chemnitz eigentlich unmittelbar neben dem Konzertgelände versammeln. Doch Chemnitz verbietet die Demonstrationen.

Die Stadt Chemnitz hat eine Demonstration des ausländer- und islamfeindlichen Bündnisses Thügida und der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz als Gegenveranstaltung zum Open-Air-Konzert "#wirsindmehr" untersagt. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, wurde die Kundgebung nicht genehmigt. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass die Veranstaltungsfläche bereits belegt sei.

Weitere Gegendemonstrationen für den Abend waren nach Angaben der Stadt zunächst nicht angemeldet. Thügida (Thüringen gegen die Islamisierung des Abendlandes) wollte sich unmittelbar neben dem Konzertgelände unter dem Motto "Gegen antideutsche Kommerzhetze" versammeln.

Zu dem Konzert "#wirsindmehr", das sich gegen Rassismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit richtet, werden in Chemnitz mehrere Tausend Besucher erwartet. Bei dem Konzert um 17 Uhr spielen Bands wie Kraftklub und Die Toten Hosen oder Rapper wie Marteria und Trettmann. Wegen der großen Resonanz haben die Organisatoren den Veranstaltungsort verlegt. Das Konzert soll auf einem großen Parkplatz zwischen Hauptbahnhof, Marx-Denkmal und Rathaus stattfinden.

Vor dem geplanten Open-Air-Konzert bemängelten CDU-Politiker unterdessen die Unterstützung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für die Veranstaltung. "Ich halte das für sehr kritisch", sagte CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer der "Welt". Wie zuvor ihr Parteikollege Philipp Amthor monierte sie, dass Steinmeier die Ankündigung der Veranstaltung am vergangenen Freitag auf seinem Facebook-Account geteilt hatte.

Mit Blick auf die Teilnahme der Punkband Feine Sahne Fischfilet sagte Kramp-Karrenbauer: "Denn das, was wir wollen, ist, unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat gegen Rechts zu schützen. Und wenn man das dann mit denen von Links tut, die genau in der gleichen Art und Weise auf Polizeibeamte verbal einprügeln (...), dann halte ich das für mehr als kritisch." Der Verfassungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern hatte die Band zeitweise wegen "linksextremistischer Bestrebungen" im Blick, seit längerem jedoch nicht mehr.

Quelle: n-tv.de, jki/fzö/dpa

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