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Pentagon mit düsterer Prognose China auf dem Weg zur Atom-Triade

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(Foto: picture alliance/dpa)

Während Russland und die USA ein neues Abkommen zur Rüstungsbegrenzung aushandeln wollen, investiert China fleißig in sein Militär. Laut Pentagon hat Peking den Modernisierungsgrad der USA in vielen Bereichen übertroffen. Auch die Zahl der Atomsprengköpfe nimmt besorgniserregnd zu.

China dürfte sein Arsenal an Atomsprengköpfen nach Einschätzungen des US-Verteidigungsministeriums im Verlauf der nächsten Dekade mindestens verdoppeln. Derzeit liege die Zahl im niedrigen 200er-Bereich, heißt es in dem China-Bericht, den das Pentagon jährlich für das US-Parlament zusammenstellt. Außerdem sei die Volksrepublik kurz davor, ihre sogenannte Atom-Triade zu vervollständigen - also die Fähigkeit zu Nuklearangriffen vom Land und Meer aus sowie aus der Luft. Bislang beherrscht China nur die ersten beiden Varianten.

Die Zahlen seien beunruhigend, sagte Chad Sbragia, China-Experte des Pentagon. Sie stellen aber nur einen Bruchteil des US-Arsenals dar, das sich auf 3800 Atomsprengköpfe beläuft. Russland verfügt nach Angaben des Bunds amerikanischer Wissenschaftler gar über etwa 4300 Sprengköpfe. Die beiden Staaten ringen derzeit um ein neues Abkommen zur Rüstungsbegrenzung.

US-Präsident Donald Trump will auch China dazu bewegen, an den Gesprächen teilzunehmen. Die Volksrepublik lehnt dies bislang ab. Die Beziehungen der USA und China befinden sich auf einem Tiefpunkt wegen einer ganzen Reihe von Streitigkeiten, die etwa von Chinas Hongkong-Politik über seinen Umgang mit der Corona-Pandemie bis hin zum Handelskonflikt reichen.

Pentagon: China bald militärische Supermacht

Das Pentagon weist zudem darauf hin, dass China mittlerweile in mehreren militärischen Bereichen den Modernisierungsgrad der USA ausgeglichen oder gar überschritten habe. Das betreffe den Schiffsbau, ballistische Raketen und Luftwaffensysteme. China besitze zudem die größte Seeflotte der Welt mit rund 350 Schiffen und U-Booten. Die US Navy kommt aktuell auf 293 Schiffe.

Laut Bericht werde China seine Militärausgaben auch weiterhin mit hoher Geschwindigkeit steigern. Chinas offizielles Verteidigungsbudget belief sich 2019 auf 174 Milliarden US-Dollar, verglichen mit dem US-Budget von rund 685 Milliarden US-Dollar. Der Pentagon-Bericht besagt jedoch, dass in Pekings veröffentlichtem Militärbudget "mehrere Hauptkategorien von Ausgaben weggelassen werden", einschließlich Forschung und Entwicklung sowie Beschaffung ausländischer Waffen. "Chinas tatsächliche Militärausgaben könnten mehr als 200 Milliarden US-Dollar betragen, viel höher als offiziell angegeben."

Quelle: ntv.de, mba/rts