Politik

Regierung hofft auf GeburtenplusChina führt Steuer auf Verhütungsmittel ein

02.01.2026, 07:55 Uhr
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Der Preis für Kondome steigt in China mit dem Jahreswechsel an. (Foto: IMAGO/Dreamstime)

Die Bevölkerung Chinas entwickelt sich rückläufig. Es werden nur wenige Babys geboren - auch eine Folge der jahrelangen Ein-Kind-Politik. Die Landesführung will diese Entwicklung nun wieder umkehren.

China hat seine seit drei Jahrzehnten bestehende Steuerbefreiung für Verhütungsmittel abgeschafft. Damit will die Regierung die sinkende Geburtenrate im Land bekämpfen. Laut einer Regierungsmitteilung gilt seit dem 1. Januar 2026 der reguläre Mehrwertsteuersatz von 13 Prozent auch für Kondome und die Antibabypille.

Die Bevölkerung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt war 2024 das dritte Jahr in Folge geschrumpft. Experten gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.

Die chinesische Regierung hatte im vergangenen Jahr bereits Kinderbetreuungszuschüsse von der Einkommensteuer befreit und eine jährliche Subvention für Kinderbetreuungskosten eingeführt. Die Staats- und Parteiführung verpflichtete sich im Dezember zudem, eine "positive Einstellung zur Ehe und zum Kinderkriegen" zu fördern.

Die Geburtenraten in China sind seit Jahrzehnten rückläufig. Dies ist eine Folge der von 1980 bis 2015 geltenden Ein-Kind-Politik und der schnellen Urbanisierung. 2024 gab es in China etwa 9,5 Millionen Geburten - halb so viele wie 2016.

In sozialen Netzwerken löste die Entscheidung eine Debatte darüber aus, ob der Schritt im Kontext der Bemühungen der Führung steht, die Geburtenrate zu erhöhen. Zugleich erntete die Maßnahme einigen Spott. Ein Nutzer fragte, "welcher Experte" sich diese Idee ausgedacht habe, und schrieb, höhere Kosten für Verhütung könnten die Intimsphäre von Paaren beeinträchtigen und langfristige Folgen für Beziehungen haben.

Quelle: ntv.de, mpa/dpa/rts/AFP

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