Politik

Taiwan als "abtrünnige Provinz" China kontert US-Besuch mit Manöver

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Chinesische Streitkräfte absolvieren derzeit Kampfübungen nahe Taiwan.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Für Peking muss jeder internationale Austausch mit der Republik Taiwan verhindert werden. Von dem Besuch eines US-Diplomaten in dem Inselstaat fühlt sich die chinesische Regierung nun massiv provoziert - und bereitet militärische Schritte vor.

China reagiert mit der Abhaltung eines Militärmanövers auf den umstrittenen Besuch eines hochrangigen US-Diplomaten in Taiwan. Dies gab ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Peking bekannt. Auf die Frage, wie die Regierung auf den Besuch des US-Diplomaten Keith Krach in Taipeh reagieren wolle, sagte der Sprecher, Streitkräfte des Landes absolvierten "gegenwärtig Kampfübungen nahe der Straße von Taiwan".

Das Manöver sei "eine legitime und notwendige Aktion, um Chinas Souveränität und territoriale Integrität zu gewährleisten", sagte Ministeriumssprecher Ren Guoqiang vor Journalisten. Die chinesische Armee habe "ausreichend Stärke", um jede Bedrohung von außen oder von taiwanischen "Separatisten" zu kontern.

China warnt vor "Spiel mit dem Feuer"

US-Staatssekretär Krach war für einen dreitägigen Besuch nach Taipeh gereist. Es ist die höchstrangige Visite eines Vertreters des US-Außenministeriums seit mehr als 40 Jahren. Der Besuch ist heikel, da China Taiwan als abtrünnige Provinz sieht, die wieder mit der Volksrepublik vereinigt werden soll - notfalls mit Gewalt.

Im August hatte bereits US-Gesundheitsminister Alex Azar die Insel zum großen Ärger Pekings besucht. China warnte die USA damals vor einem "Spiel mit dem Feuer". Peking sei gegen jeden offiziellen Austausch zwischen den USA und Taiwan, "egal unter welchem Vorwand", erklärte das chinesische Außenministerium.

Quelle: ntv.de, spl/AFP