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Grenzstreit zweier Atommächte China schickt deutliche Warnung an Indien

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Die idyllische Stille der Region trügt.

(Foto: imago/Nature Picture Library)

China und Indien teilen sich ein 3500 Kilometer langes, in der Vergangenheit häufig umkämpftes Grenzstück. Im Streit um die Doklam-Hochebene fahren beide Seiten ihre Truppen auf. "Fordert Euer Glück nicht heraus", warnt Peking.

Im Grenzstreit hat China eine deutliche Warnung an Indien ausgesprochen. "Fordert Euer Glück nicht heraus", sagte ein Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums und forderte Indien auf, seine Soldaten abzuziehen. China werde sein Territorium "um jeden Preis" verteidigen, die Volksbefreiungsarmee habe "erste Gegenmaßnahmen" eingeleitet und werde die Truppen im Grenzgebiet gezielt aufstocken.

Die Doklam-Hochebene an der chinesisch-bhutanisch-indischen Grenze.

Die Doklam-Hochebene an der chinesisch-bhutanisch-indischen Grenze.

(Foto: Screenshot Google Maps)

Zwischen Indien und China gibt es seit Wochen erhöhte Spannungen. Streitpunkt ist die Doklam-Hochebene - auch Donglang-Ebene genannt - an der Drei-Länder-Grenze von China, Indien und Bhutan. Das Königreich Bhutan und China beanspruchen das Gebiet beide für sich. Indien versteht sich als Schutzmacht Bhutans.

Die jüngste Auseinandersetzung dreht sich um den Bau einer Straße in der umkämpften Region. Die chinesische Volksarmee hatte sie in den vergangenen Wochen in Richtung indischer Grenze verlängert. Die indische Führung schickte daraufhin Truppen in das Gebiet, um die Verlängerung zu verhindern.

"Hühnerhals" in Gefahr

Sollte China seine Ansprüche in der Region durchsetzen, wächst der Zugriff von Peking auf den indischen "Hühnerhals". Dabei handelt es sich um einen 20 Kilometer breiten Korridor, der die nordöstlichen Bundesstaaten des Landes mit dem indischen Festland verbindet.

Indiens Außenministerin Sushma Swaraj sprach vergangene Woche von einer "direkten Herausforderung unserer Sicherheit", wenn China einseitig den Status quo im Drei-Länder-Gebiet ändern sollte. Damit es Gespräche geben könne, müssten beide Länder ihre Soldaten abziehen.

China und Indien führten bereits 1962 einen Krieg um Gebietsansprüche in der Himalaya-Region. Die beiden Atommächte teilen sich ein 3500 Kilometer langes, in der Vergangenheit oft umkämpftes Grenzstück. China zählt außerdem zu den Waffenlieferanten und Verbündeten des indischen Erzfeindes Pakistan.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa

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