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Erste Marinebasis im Ausland China strebt nach "Armee von Weltklasse"

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Mit einer großen Zeremonie feiert die chinesische Führung in Peking den 90. Geburtstag der Volksbefreiungsarmee.

(Foto: picture alliance / Andy Wong/AP )

Zum 90. Geburtstag seiner Armee lässt China die Muskeln spielen. Nach einer riesigen Militärparade weiht das Land seinen ersten Auslandsstützpunkt ein. Präsident Xi sendet mit Ausbau und Modernisierung der Streitkräfte eine deutliche Botschaft an die Welt.

Mit einer Flaggenzeremonie hat China in Dschibuti seinen ersten Marinestützpunkt außerhalb der Heimat eröffnet. Dort sollen nach chinesischen Angaben Kriegsschiffe versorgt werden, die an humanitären Einsätzen vor den Küsten Jemens oder Somalias teilnehmen. China hatte bereits im vergangenen Jahr mit der Errichtung der Basis am Horn von Afrika begonnen.

Die chinesische Führung verfolgt derzeit eine Modernisierungsstrategie für die Armee. Dazu gehört auch der Ausbau der Infrastruktur für weit entfernte Einsätze. Dschibuti liegt am strategisch wichtigen südlichen Eingang des Roten Meers gegenüber dem Jemen. Der kleine Staat beherbergt bereits Militärbasen der USA, Japans und Frankreichs.

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In seiner Rede forderte Präsident Xi auch die Loyalität der Armee gegenüber der chinesischen Führung ein.

(Foto: picture alliance / Andy Wong/AP )

"Kriege führen, wenn Partei und Volk es brauchen"

Die Eröffnung der Basis erfolgte anlässlich des 90. Gründungstags der Volksbefreiungsarmee. Bereits am Wochenende hatte Chinas Präsident Xi Jinping das Jubiläum mit einer gewaltigen Militärparade mit 12.000 Soldaten, Hunderten gepanzerten Fahrzeugen und Kampfflugzeugen feiern lassen. In Peking rief er nun erneut zur raschen Modernisierung der Streitkräfte auf.

In der Großen Halle des Volkes in Peking erklärte der Staatschef, Reformen müssten beschleunigt und eine "Armee von Weltklasse" aufgebaut werden. Stagnation müsse "um jeden Preis" verhindert werden. Das Militär müsse in der Lage sein, einen Krieg zu führen, wenn "Partei und Volk es brauchen".

Experten sahen in den markigen Worten der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt eine Machtdemonstration gegenüber den USA und Nachbarstaaten, mit denen China im Ost- und Südchinesischen Meer um Inseln und Territorien streitet. So fürchtet die indische Regierung beispielsweise, dass China weitere Marinestützpunkte in Bangladesch, Myanmar und Sri Lanka plant und Indien damit militärisch einkreisen könnte. Zwischen den beiden Atommächten war in den vergangenen Wochen bereits ein Grenzstreit im Himalaya aufgeflammt.

"Wir werden es niemals erlauben, dass irgendjemand einen Teil des chinesischen Territoriums aus dem Land trennt", versprach Xi seinen Landsleuten bei seiner Rede in Peking. China sei in der Lage, jeden Eindringling zu bezwingen.

Deutlicher Abstand zu den USA

Die chinesische Marine ist bislang der klarste Beweis, wie die Modernisierung voranschreitet. Erst im April verließ Chinas zweiter Flugzeugträger erstmals das Dock. Beobachter sehen darin den klaren Willen der chinesischen Führung, international als militärische Kraft wahrgenommen zu werden.

China gilt bereits als dominierende Militärmacht in Asien. Bei den Rüstungsausgaben liegt das Land mit einem Verteidigungshaushalt von umgerechnet 142 Milliarden Euro weltweit auf Platz zwei, aber dennoch deutlich hinter den USA. Die Vereinigten Staaten investieren dieses Jahr umgerechnet 516 Milliarden Euro in ihre Streitkräfte, die bereits jetzt als stärkstes Militär der Welt gelten. Der deutsche Verteidigungshaushalt beläuft sich dieses Jahr auf 37 Milliarden Euro.

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Quelle: n-tv.de, chr/dpa/rts

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