Politik

Antwort auf demografischen Wandel China will Ein-Kind-Politik abschaffen

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Nach 35 Jahren strenger Kontrolle wünscht sich China wieder mehr Kinder.

(Foto: Reuters)

Vor rund 35 Jahren führt China die Ein-Kind-Politik ein. Wer sich nicht daran hält, muss mit harten Strafen rechnen. Doch nun ist das Modell offenbar überholt, die chinesische Gesellschaft altert schnell und die Führung muss gegenlenken.

China will nach Informationen der "China Business News" seine jahrzehntelange Ein-Kind-Politik weiter lockern und den meisten Ehepaaren in Zukunft erlauben, zwei Kinder zu haben. Die offizielle Ankündigung werde Ende dieses Jahres oder Anfang 2016 erwartet, berichtet die Zeitung unter Berufung auf einen Wissenschaftler der Kommission für Familienplanung.

Peking hatte Ende 2013 eine Lockerung der Ein-Kind-Politik beschlossen, die aber bislang nur in einzelnen Provinzen umgesetzt wird. Danach dürfen Paare, von denen ein Partner Einzelkind ist, zwei Kinder haben.

Die Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften hatte eine Zwei-Kind-Lösung im vergangenen Jahr als Antwort auf die Alterung der Gesellschaft und eine fallende Geburtenquote vorgeschlagen. Jede Chinesin bekommt der "South China Morning Post" zufolge derzeit im Schnitt weniger als 1,6 Kinder. Für eine stabile Bevölkerung ist eine Quote von 2,1 nötig.

Die Ein-Kind-Politik wurde im Jahr 1980 eingeführt und sollte das explosive Bevölkerungswachstum der Jahrzehnte davor bremsen.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa