Politik

Verstoß gegen Abstandsregeln Christian Lindner bereut Umarmung

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Christian Lindner entschuldigte sich mittlerweile auch auf Twitter für die Umarmung und den Verstoß gegen den Sicherheitsabstand.

(Foto: Splash)

Christian Lindner sorgt mit einem Foto für Gesprächsstoff. Darauf ist der FDP-Chef zu sehen, wie er einen Bekannten inmitten der Corona-Krise umarmt. Es sei eine Unkonzentriertheit gewesen, heißt es seitens des Politikers.

FDP-Chef Christian Lindner hat trotz Corona-Pandemie am Wochenende einen befreundeten Unternehmer vor dem Berliner Restaurant "Borchardt" - ein bekannter Treffpunkt für Prominente und Politiker - umarmt. Die Szene war fotografiert und in der "B.Z." veröffentlicht worden. "Die spontane Umarmung bei der Verabschiedung war ein Fehler, wie er unter Freunden nach einem Abend leider passiert", sagte er dem "Spiegel" und auf seiner Twitter-Seite.

Der Vorfall sei "kein Vorsatz" gewesen, sondern "Unkonzentriertheit", sagte Lindner. Am Ende "bleibt man Mensch". Nach den geltenden Abstandsregeln müssen Menschen, die nicht in einem Haushalt leben, mindestens anderthalb Meter Abstand zueinander halten.

In dem sozialen Netzwerk wurde das Bild auch mehrfach veröffentlicht und sorgt aktuell für eine rege Debatte. Auf dem Foto verabschiedet sich Lindner herzlich mit einer Umarmung vom Leipziger Immobilien-Unternehmer und Honorarkonsul von Belarus, Steffen Göpel. Beide Männer kennen sich schon seit Jahren. Lindner nimmt an der jährlichen Gala des Unternehmers für Kinder teil. Auch Göpels Frau und Lindners Freundin, die RTL/ntv-Journalistin Franca Lehfeldt, verabschiedeten sich herzlich.

Juso-Chef Kevin Kühnert zollte dem FDP-Vorsitzenden für dessen Entschuldigung Respekt: "Wer von Menschen und nicht von Politik-Maschinen repräsentiert werden möchte, der wird Fehler in Kauf nehmen müssen. Unabdingbar gehört dazu, dass es dann auch einen souveränen Umgang mit Fehlern in der Politik gibt", twitterte der SPD-Vize. Lindner habe jetzt vorgemacht, wie das gehen könne: "Stark!"

Laut einem Bericht der "B.Z." gab es am gestrigen Abend einen Polizeieinsatz in dem Lokal. Demnach sollen sich laut Polizei etwa 300 Personen in dem Restaurant aufgehalten haben. Damit liege ein Verstoß gegen die Eindämmungsverordnung gegen das Sars-CoV-2-Virus vor.

Auch andere Politiker hatten in jüngster Zeit die Corona-Abstandsregeln in Einzelfällen missachtet. So trug der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer am Wochenende bei der Diskussion mit Demonstranten in Dresden keinen Mundschutz. Auch Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow hatte jüngst eingeräumt, die Regeln verletzt zu haben, als er an der Beerdigung einer Nachbarin teilnahm.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa