Politik

Jens Spahn im "ntv Frühstart" "Corona-Dynamik hat sich deutlich reduziert"

Positive Veränderungen, aber noch keine Trendwende: So sieht der Gesundheitsminister die Corona-Situation. Die aktuellen Zahlen zeigten, "dass wir es schaffen können", so Spahn. "Wir können die Zahlen runterbringen, aber wir sind noch nicht da, wo wir hinmüssen."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht Anzeichen für positive Veränderungen der Corona-Infektionslage in Deutschland. "Was wir sehen, ist, dass sich die Dynamik deutlich reduziert hat in den letzten Tagen. Es steigt noch, aber es steigt weniger stark. Das ist erst mal ermutigend, aber es reicht noch nicht", sagte der CDU-Politiker im "Frühstart" von ntv.

Nach zwei oder drei Tagen positiver Entwicklung könne man allerdings noch nicht von einem Trend sprechen. "Es sind definitiv Anzeichen für eine Veränderung, aber noch keine Trendwende." Hoffnungen setzt der Gesundheitsminister in die Lockdown-Maßnahmen im November. Ob die einen Unterschied machten oder nicht, werde man ab der zweiten Wochenhälfte sehen können.

Leider würden im Moment die Zahl der Corona-Patienten in den Intensivstationen und die der Todesfälle stark ansteigen, so Spahn. Um das in den Griff zu bekommen, müssten die Infektionszahlen sinken. "Wir müssen runter mit den Zahlen und zwar deutlich runter." Erst, wenn sie für eine längere Zeit niedrig blieben, sei das Ziel erreicht. "Das ist einfach wichtig, damit nicht das Gefühl aufkommt: Wow, wir haben es jetzt geschafft. Sondern es ist ein Zeichen dafür, dass wir es schaffen können. Wir sehen, wir können einen Unterschied machen, wir können die Zahlen wieder runterbringen, aber wir sind noch nicht da, wo wir hinmüssen, um das Gesundheitssystem vor Überlastung zu schützen."

Ausgelassene Weihnachtsfeiern fielen in diesem Jahr aus, so Spahn. Es werde in den kommenden Monaten sicher keine Veranstaltungen mit "mehr als zehn, zwanzig Teilnehmern" geben. "Die große Hochzeitsfeier, die große Geburtstagsfeier, auch die große Weihnachtsfeier, das muss ich jetzt ehrlicherweise sagen, das sehe ich im Dezember und auch im Winter insgesamt nicht." Der Gesundheitsminister schloss andere Lockerungen nach dem November-Lockdown aber nicht aus. Die hingen davon ab, wie sich die Infektionszahlen entwickelten. "Am Ende hängt es von uns allen ab. Passen wir aufeinander auf, reduzieren wir das Infektionsrisiko und vor allem die Kontakte."

Ob die Politik für Weihnachten bestimmte Regeln und Kontakt- oder Reisebeschränkungen plane, wollte Spahn nicht sagen. Auch zum Fest sollten die "AHA"-Regeln eingehalten und viel gelüftet werden. "Das braucht es nicht nur auf Arbeit, in Bus und Bahn, sondern eben auch im familiären, im privaten Bereich."

Quelle: ntv.de, psc