Politik

"Dänemark bis an die Eider" Dänen-Politiker will Südschleswig zurück

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Dieser Stein von 1920 markiert die Grenze zwischen Deutschland und Dänemark am Grenzübergang Schusterkate bei Flensburg

(Foto: picture alliance / Carsten Rehde)

Seit 1920 verläuft die Grenze zwischen Dänemark und Deutschland zwischen Nord- und Südschleswig. Ein dänischer Rechtspopulist will das rückgängig machen und die Region an Dänemark angliedern.

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Umstrittene Forderung: Søren Espersen.

(Foto: AP)

Wenn es nach Søren Espersen geht, dann ist die Sache ganz einfach. Dann soll Südschleswig, der nördlichste Teil Deutschlands, wieder zu Dänemark gehören. "Wir hätten gern ein Dänemark bis an die Eider", sagte der dänische Politiker dem Fernsehsender dk4. Die Eider trennt Norden und Süden Schleswig-Holsteins und ist der längste Fluss des Bundeslandes.

Espersen ist Vizechef der rechtspopulistischen dänischen Volkspartei und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Seine Partei ist zurzeit zweistärkste Fraktion im dänischen Parlament und stützt die rechtsliberale Minderheitsregierung von Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen. Auf seine Forderung nach einer Änderung des Grenzverlaufs angesprochen, sagte Espersen weiter: "Warum sollten wir das nicht wollen, das ist Hoffnung und Traum." Die Geschichte sei nicht statisch.

Das Herzogtum Schleswig wurde nach dem Deutsch-Dänischen Krieg Teil an die preußische Provinz Schleswig-Holstein angegliedert. Infolge einer Volksabstimmung kam es 1920 zur Teilung. Seitdem gehört der Norden Schleswigs zu Dänemark und der Süden, dazu zählen unter anderem die Städte Flensburg und Husum sowie die Insel Sylt, zu Deutschland. In Schleswig-Holstein leben heute etwa 80.000 Dänen. Politisch wird diese Gruppe vom Südschleswigschen Wählerverband (SSW) vertreten, der gemeinsam mit SPD und Grünen eine Landesregierung bildet.

Dänen-Politiker Espersen fordert die dänische Minderheit nun auf, sich für einen einheitlichen dänischen Landesteil stark zu machen. Auf viel Zuspruch stößt dies jedoch offenbar nicht. Der SSW weist die Forderung zurück. Dies sei "ein gefährliches Spiel mit dem jahrzehntelangen Grenzfrieden, den wir nach Jahrhunderten deutsch-dänischer Konflikte gemeinsam erreicht haben", sagte Lars Harms, SSW-Fraktionschef im Kieler Landtag. Der Vorstoß sei "politische Selbstprofilierung". Rasmus Andresen, der stellvertretende Fraktionschef der Grünen, rief die dänische Regierung dazu auf, sich von den Äußerungen des Volkspartei-Politikers zu distanzieren.

Wie weit Espersen zu gehen bereit ist? Offenbar nicht bis zum Äußersten. So scherzte er in demselben Interview: "Dass es bald eine Panzerschlacht in Südschleswig gibt, daran, glaube ich aber nicht und die will ich auch nicht haben."

Quelle: n-tv.de, cro/dpa

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